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Ivo Marinov: Rumänien mit höchsten Touristenzahlen in Bulgarien und nachhaltigem Zuwachs

Ivo Marinov: Rumänien mit höchsten Touristenzahlen in Bulgarien und nachhaltigem Zuwachs
21.03.2012

Rumänien sei ein strategischer Markt für Bulgarien und ein Zielmarkt des Landes, erklärte der stellvertretende Minister für Wirtschaft, Energetik und Tourismus Ivo Marinov in der einstigen Reichshauptstadt Veliko Tarnovo. Dort nimmt Herr Marinov an einem Forum teil, bei dem es darum geht, Bulgarien vor Tourismusunternehmen, Branchenorganisationen und Journalisten aus Rumänien als moderne und ganzjährige Destination zu präsentieren. Organisatoren der zweitägigen Veranstaltung sind das Ministerium für Wirtschaft, Energetik und Tourismus, der Bulgarische Verband für Balneologie- und Spa-Tourismus und der Bulgarische Hotel- und Gaststättenverband. Von rumänischer Seite sind über 50 Vertreter von Reiseveranstaltern, Reisebüros und Medien zugegen. Ebenso zahlreich sind die Experten bulgarischer Gemeinden, Hotels, spezialisierter Unternehmen und Branchen vertreten. Das Forum wird zum zweiten Mal ausgetragen – die erste Ausgabe fand vor zwei Jahren in Bukarest statt. Unter den diesjährigen Gästen ist auch die Vorsitzende des rumänischen Landesverbandes der Reisebüros (ANAT) Corina Martin. Zugegen waren ferner der zeitweilige Leiter der bulgarischen Botschaft in Bukarest Alexandar Filipov, der Bürgermeister der alten Reichshauptstadt Daniel Panow sowie die Vorsitzenden des Bulgarischen Verbandes für Balneologie- und Spa-Tourismus und des Bulgarischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Stefan Sharlopov und Blagoy Ragin. 

Die angestrebte Etablierung der Marke „Bulgarien“ am rumänischen Markt ist Bestandteil des Programms für nationale Tourismuswerbung 2012. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Zahl der Touristen aus unserem nördlichen Nachbarland mit fast 960.400 Urlaubern unter den ausländischen Gästen Bulgariens den Höchstwert und bestätigte damit den Spitzenplatz Rumäniens aus den Vorjahren, erklärte Vizeminister Marinov vor den Forumsteilnehmern. Die Rumänen zeigten vor allem Interesse am Schwarzmeertourismus. Heute sei man zusammengekommen, um ihnen weitere attraktive Tourismusformen in Bulgarien nahezubringen – kulturhistorische Rundreisen, Spa-, Wellness- und Bädertherapien, Öko-, Land-, Kongress- und Abenteuertourismus, Golf, Wein- und Gourmettouren. Besondere Aufmerksamkeit gelte zudem rumänischen Urlaubsreisenden, die in unsere südlichen Nachbarländer unterwegs sind, um sie für einen mehrtägigen Ausflug in das Landesinnere Bulgariens zu gewinnen. Dieses Interesse bestätige den nachhaltigen Trend  der rumänischen Spitzenposition am bulgarischen Tourismusmarkt, so Marinov. Es folgen Griechenland, Deutschland und Russland. Man könne behaupten, dass Rumänien sein Nachbarland Bulgarien entdecke. Darüber hinaus kooperieren beide Länder erfolgreich im Rahmen der 14 Anrainerstaaten umfassenden EU-Donauraumstrategie. Sofia und Bukarest sind Partnerkoordinatoren des  Schwerpunktbereichs 3  zur „Förderung von Kultur, Tourismus und zwischenmenschlichen Kontakten“, die mit einem der meist europäischen Wahrzeichen – der Donau – in Verbindung gebracht werden. Weitere EU-finanzierte Partnerprojekte sind  „Entlang des Eisernen Vorhangs“, „Auf den Spuren der römischen Kaiser“, EDEN-Reiseziele u.a.

Mit  seinen fast 400 km langen malerischen Stränden und über 200 km langen Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade biete Bulgarien eine ausgesprochen reichhaltige Tourismuspalette für jede Jahreszeit, so Ivo Marinov. Bulgarien verfügt über ausgesprochen reichhaltige Ressourcen für den Ausbau des Kulturtourismus – das Erbe des Landes umfasst über 40.000 Kulturdenkmäler aus sieben historischen Schichten, sieben UNESCO-Stätten, 160 Klöster und zahlreiche Museen. Bulgarien zählt zu den weltweit reichsten Ländern an Mineralquellen (ca. 800 Quellen) und hat sich zu einer anerkannten Naturheilkunde-Destination mit attraktiven Preisen entwickelt. Für das Potential unserer Wintersportzentren spricht die Austragung von vier Rennen des Ski-Weltcups in Bansko sowie die Austragung der Slalomrennen des Europacups im Februar in Pamporovo. Auch figuriert Bulgarien nunmehr als jüngste Destination Europas in der europäischen Rangliste für Golftourismus. Auf der größten Golffachmesse IGTM sei Bulgarien im November 2011 in Belek mit dem IAGTO-Award in der Kategorie „Geheimtipp“ ("Undiscovered Golf Destination of the Year") ausgezeichnet worden, verlautete es auf dem Forum in Veliko Tarnovo. 2011 verzeichnete die altehrwürdige Reichshauptstadt 100.000 rumänische Urlauber, die 27 Prozent der ausländischen Gäste ausmachten. Damit ist die Zahl der rumänischen Touristen in Veliko Tarnovo um 14 Prozent gestiegen und nähert sich dem  Vorkrisenstand von 2008 an. Das Interesse unserer nördlichen Nachbarn gilt dem Kultur- und Geschichtstourismus – 30 Prozent der Online-Buchungen für das Opernfestival „Bühne der Jahrhunderte“ in Veliko Tarnovo kommen namentlich aus Rumänien.

Der Tourismus ist eine Schwerpunktbranche der bulgarischen Wirtschaft und generiert 10,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes des Landes.  2011 zählte Bulgarien rund 6.330.000 ausländische Besucher, was im Jahresvergleich einem Plus von 4,6 Prozent entspricht.  Mit über 6 Prozent legte dabei vor allem die Zahl der Urlauber und Ferienreisenden zu. Mit 68 Prozent sind die EU-Staaten nach wie vor der wichtigste ausländische Tourismusmarkt für Bulgarien. Im Zeitraum Januar-November 2011 beliefen sich die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr auf über 2,75 Milliarden Euro, was im Jahresvergleich einem Zuwachs von 3,8 Prozent entspricht.