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Älteste rekonstruierte Festung Bulgariens öffnet ihre Tore

Älteste rekonstruierte Festung Bulgariens öffnet ihre Tore
19.08.2013

Belchin ist ein kleines Dorf inmitten eines malerischen Tals unweit von Samokov (nahe dem Wintersportzentrum Borovets) mit herrlicher Natur und heilkräftigen Mineralquellen. Seit einigen Monaten macht es zunehmend als Standort für Kultur- und Pilgertourismus auf sich aufmerksam.
Die auf der Anhöhe Sveti Spas oberhalb des Dorfes gelegene Festung  „Tsari Mali Grad“ ist die älteste rekonstruierte Wehranlage des Landes. Seit Juli ist sie für Besucher geöffnet.  Einst war die römische Festung von der gesamten Samokover Ebene aus zu sehen. In der Gegenwart jedoch existierte sie bis zu ihrer Rekonstruktion eher in den volkstümlichen Überlieferungen. 2007 beginnt man mit der Erforschung der Festung. Zu diesem Zeitpunkt wuchert hier dichter undurchdringlicher Wald. Einen Monat später entdecken die Archäologen den Festungsturm auf der Südostseite und fördern ans Tageslicht, dass dieser Teil einer römischen Festung mit sechs Wehrtürmen  ist, die mit einer knapp 400 m langen Wehrmauer umgeben war.  Mehr noch, es stellt sich heraus, dass die Anhöhe Sveti Vlas nur einer von vielen heiligen Orten ist, die das Dorf Belchin schützend umgeben. Die Kirchen nahe der einstigen Militärzitadelle zeugen von 1.700 Jahren Christentum ohne Unterbrechung.
Der antike Name der Festung ist unbekannt. Da sie sich mit knapp einem Hektar Fläche mit der berühmten Tsarevets-Festung in Veliko Tarnovo messen kann, nennt man sie „Tsari Mali Grad“. Der Bau der Wehranlage beginnt unter Kaiser Valens (364-378). Der Standort wurde bewusst gewählt, da man von hier aus das gesamte Tal einsehen und  verteidigen konnte. Das Entstehen der Ansiedlung ist auf die Mineralquellen, die Erzvorkommen als auch auf die strategische Lage an einem Kreuzpunkt von römischen Straßen zurückzuführen, die die heutigen Städte Kyustendil, Sapareva Bania, Samokov, Plovdiv und Sofia verbanden.
Die Rekonstruktion der Festung Tsari Mali Grad sowie des sakralen Architekturensembles oberhalb des Dorfes Belchin war für die Experten eine wahre Herausforderung. Das Ergebnis – eine bemerkenswerte Destination für naturnahen-, Kultur- und Pilgertourismus – kann sich sehen lassen. Es vereint die Architekturensemble der mittelalterlichen Kirche „Sveta Petka“ mit Museum, die Peter- und Paulskirche in Belchin, die Zahnradbahn – eine moderne Verkehrsverbindung zwischen Belchin und der Festungskrone auf der Heiligen Anhöhe, zwei  Naturwanderwege, den Weg von der Festung zum Parkplatz, die rekonstruierte Wehranlage „Tsari Mali Grad“ mit sechs Wehrtürmen, die Ausstellungen beherbergen,  das kultische Architekturensemble mit der Himmelfahrtskirche, die Kultstätte Sveti Vlas , einen Spielplatz für Kinder mit Holzplastiken und Nachbildungen von Belagerungsmaschinen, eine Seilbrücke und künstlerische Beleuchtung.
Die Festung auf der Anhöhe ist auf verschiedene Weise erreichbar. Wanderfreunde können beide Naturwanderwege nutzen. Für eingefleischte Autofahrer gibt es eine asphaltierte Straße. Mit Sicherheit jedoch werden alle Besucher von der Zahnradbahn Gebrauch machen, wo man unterwegs einen herrlichen Ausblick auf Tal zwischen den Gebirgen Vitosha und Rila genießen kann. Ebenfalls fertiggestellt wurde die Seilbrücke, die zum äußeren Festungstor an der Zitadelle führt. 



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