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Stadt Panagyurishte

Stadt Panagyurishte

Die Stadt Panagyurishte liegt im malerischen Talkessel von Sashtinska Sredna gora (Mittelgebirge), auf einer Meereshöhe von 540 m. Die Stadtbevölkerung zählt circa 21.000 Einwohner.

Das Stadtgebiet wird seit dem frühen Altertum besiedelt, wofür die über 300 entdeckten Denkmäler sprechen – Nekropolen, Ortschaften, Festungen, Kriegslager und Verkehrskommunikationsanlagen. In der Eisenzeit wohnte hier der thrakische Stamm Koilaleti (Coelaletae Maiores), der im V.-IV. Jh. v. Chr. einen Teil des Odriner Reichs bildete. Ein unübertroffenes Denkmal aus der thrakischen Epoche ist der berühmte Goldschatz von Panagyurishte. Er wurde in der Gegend Merul nahe Panagyurishte am 08.12.1949 von den drei Brüdern Pavel, Petko und Michael Deykovi entdeckt. Er setzt sich aus 9 goldenen Gefäßen mit einem Gesamtgewicht von 6,164 kg. zusammen und wird etwa auf das V.-IV. Jh. v. Chr. zurückgeführt. Der aus Gold angefertigte Schatz stellt ein Kulttafelgeschirr dar, das aus einer Phiale, einer Amphora und Rhytons besteht, auf deren äußeren Wänden Szenen aus dem thrakisch-griechischen Pantheon abgebildet sind. Heute kann das Original im Nationalen Historischen Museum besichtigt werden.

An die mittelalterliche Geschichte der Stadt erinnern die Ruinen von der Festung „Krasen”, die sich an den südlichen Abhängen von Sashtinska Sredna gora nahe Panagyurishte befinden. Im Mittelalter diente die Festung als wichtiges administratives und kulturelles bulgarisches Stadtzentrum. Das Leben in der Festung ging Ende des XIV. Jhs. zur Neige, als sie von den Osmanen erobert und niedergebrannt wurde.

Der Ort Panagyurishte existiert seit dem XV. Jahrhundert. Er erlangte seinen Namen von der Messe, die am Ufer des Flusses Luda Yana stattfand, welcher die Stadt trennt. Während der Osmanischen Herrschaft besaß die Stadt den Status eines Ortes für Privilegierte (das heißt, dass seine Bewohner einige Vorteile genossen), was seinen wirtschaftlichen Aufschwung prädestinierte, der seinen Höhepunkt in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts erreichte.

Die Panagyurishter Gegend ist eines der Zentren der Bulgarischen Wiedergeburt (XVIII. – XIX. Jh.) und der Kämpfe um Nationale Befreiung von der Osmanischen Herrschaft. Während des Aprilaufstands gegen die osmanische Macht im Jahr 1876 stellte die Stadt das Zentrum des ІV. Revolutionskreises dar. Hier erhob sich die Bevölkerung am massivsten und am organisiertesten zur Aufruhr. Während der Kämpfe um Nationale Befreiung und Vereinigung brachte die Bevölkerung von Panagyurishte über 1 100 Opfer. Zum Andenken an die Helden vom April 1876 wurde der Memoriumskomplex „Apriltsi“ errichtet, der sich auf dem historischen Hügel Manyovo bardo im Stadtzentrum befindet. 9 km nordwestlich befindet sich die historische Gegend „Oborishte”, die mit dem Aprilaufstand verbunden ist und wohin ein malerischer touritischer Weg führt.

Zu den interessanten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören ihre alten Kirchen. Die älteste Kirche in der Stadt ist „Sveti Todor Tiron”, erbaut vor mehr als 400 Jahren. In ihrer Nachbarschaft wurde eine weitere Kirche im Jahr 1823 eingeweiht - „Sveto Vavedenie Bogorodichno”. Im Zeitraum 1856 – 1860 wurde ebenfalls die Kathedrale „Sveti Georgi” errichtet.

Ein Muss beim Kennenlernen der Geschichte von Panagyurishte ist das Historische Museum. Das zentrale Gebäude des Museums schließt einen archäologischen Saal ein, in dem originelle Funde ausgestellt sind, entdeckt bei Ausgrabungen auf dem Gebiet der Stadt. Die Hauptausstellung vom Museum ist der Teilnahme von Panagyurishte am Aprilaufstand gewidmet. Eine weitere Exposition setzt sich mit der Befreiung von Panagyurishte vor der osmanischen Herrschaft sowie der Beteiligung der Bevölkerung von Panagyurishte an dem Anschluss Ostrumeliens an das Fürstentum Bulgarien im Jahr 1885 auseinander. Ein gesonderter Saal ist dem Goldschatz von Panagyurishte gewidmet. Hier kann eine Kopie des goldenen Tafelgeschirrs gesehen werden, während das Original im Nationalen Historischen Museum in Sofia aufbewahrt wird.

Das Historische Museum in der Stadt hat mehrere Standorte. Dazu zählt das Duhovnikova-Haus, erbaut im Jahre 1790, in dem 1871 der bulgarische Revolutionär Vasil Levski die Mitglieder des örtlichen Revolutionskomitees vereidigte. Ein weiteres dem Museum angehöriges Objekt ist das Dudekova-Haus, in dem eine ethnographische Ausstellung gezeigt wird, welche die städtische Lebensweise der Panagyurishter aus der Zeit der Wiedergeburt in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts präsentiert. Die Exposition, die im Dzhunova-Haus beherbergt ist, zeichnet die Entstehung und Entwicklung der Goldschmiedschule von Panagyurishte aus der Wiedergeburt sowie die verwendeten Anfertigungstechniken nach. Im schönen blauen Hadzhidimitrova-Haus wird eine Sammlung von Kunstwerken, Holzschnitzerei, Kupferwerken, Keramik und Schmuck gezeigt. Für die Besucher sind außerdem interessant das Tuteva-, Lekova- und Drinova-Haus.

Einen Sonderplatz in den Herzen der Einheimischen nimmt das Vaterhaus von Rayna Popgeorgieva ein, bekannt als Rayna Knyaginya. 1876 beuaftragte das örtliche Revolutionskomitee Rayna mit der Stickerei von der Fahne der Aufständischen von Panagyurishte. Heute ist das Haus ein Museum, in dessen Hof die bulgarische Lieblingsheldin vom Aprilaufstand begraben liegt.

In der Stadt gibt es ein paar Hotels und Gasthäuser, die Unterkunft anbieten. Die örtliche Küche, mit ihren köstlichen Speisen bekannt, können Sie in einem der Restaurants in der Stadt probieren.

Nicht weit entfernt von Panagyurishte befinden sich weitere interessante Städte – der SPA-Kurort Strelchа, das Stadt-Museum Koprivshtitsa und die Stadt Klisura.


Fotos Alle
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Öffnungszeiten

Die Objekte des Historischen Museums in Panagyurishte haben folgende Öffnungszeiten:

Täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr

Eintritt in jedem Museumsobjekt:
Erwachsene – 2,00 BGN.
Schüler und Studenten – 1 BGN.
Rundgangskarte für alle Objekte – 3,00 BGN.
Führungen – 10,00 BGN.

Kontakt

Historisches Musem, Panagyurishte

Panagyurishte, „Рrayna Knyaginya" Str. № 26

Tel: +359 357 63712
e-mail: histmuzpan@abv.bg
Websites: http://historymuseum.hit.bg/
 

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