Balchik

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Balchik befindet sich an der nordöstlichen bulgarischen Schwarzmeerküste, 40 km von Varna und 20 km von Kavarna entfernt.
Balchik liegt an der Schwarzmeerküste, im Gebiet mit gemäßigtem Landklima, durchschnittliche Temperatur im Juli ist 22 Grad, und die Meereswassertemperatur im Sommer erreicht 24 Grad.
Die Stadt wurde vor 26 Jahrhunderten als griechische Kolonie unter dem Namen Krunic gegründet. Im VІ. Jahrhundert vor Christus wurde die Stadt auf den griechischen Gott des Weines, der Freude und der Fruchtbarkeit Dionysos- Dionysopolis genannt.
Im ІV. Jahrhundert vor Christus entwickelt sich Dionysopolis zu einem recht wichtigen Wirtschaftszentrum. Davon zeugen gefundene Münzen, geprägt in der Stadt, auf denen der Name des Gottes Dionysos stand. Sehr verbreitet war hier der Kult um den Gott des Weines und um die große Göttin Mutter Kybele.
Im І. Jahrhundert u. Z. wurde die Stadt dem Römischen Reich angegliedert, ihre höchste Blütezeit erreicht die Stadt im ІІ. – ІІІ. Jahrhundert. Nach der Teilung des Römischen Reiches im Jahre 395 spielte die Nähe zu Konstantinopel – der Hauptstadt des Östlichen Römischen Reiches – die größte Rolle für die Entwicklung der Stadt. Zu dieser Zeit wird die Siedlung zu einem bedeutenden Verwaltungs- und Hafenzentrum. In den Jahren 544 – 545 ist die Stadt durch ein starkes Erdbeben, verursacht durch gewaltige Überflutung, zerstört. Die überlebten Einwohner verließen ihren Wohnort und bauten eine neue Siedlung dort auf, wo sich heute das Wohnviertel „Horizont” in Balchik befindet. Im frühen Mittelalter war die Stadt eines der regionalen Zentren des bulgarischen Reiches Karvuna. Ende des XIV. Jahrhunderts eroberten die osmanischen Türken das Gebiet Dobrudzha, und Ende des ХVІ. Jahrhunderts trug die Stadt bereits den jetzigen Namen. Die Befreiung von Balchik von der Fremdherrschaft des Osmanischen Reiches wurde am 31. Januar 1878 herbeigeführt.
Am Anfang des ХХ. Jahrhunderts wurde hier die größte Mühle auf der Balkanhalbinsel gebaut. Ca. 70 000 Tonnen Getreide exportierte man aus der Stadt, wozu über 500 Schiffe benötigt waren. Das Getreide ging nach England, Belgien, Deutschland, Dänemark und in andere Länder.
Das Gebiet Süddobrudzha, in dem sich Balchik befindet, wurde 1913, gegen Ende des 2. Balkankrieges durch Rumänien einverleibt, wobei Silistra, Tutrakan, Dobrich, Balchik und Kavarna außerhalb der Grenzen Bulgariens bleiben. Seit dem 7. September 1940 geht Süddobrudzha nach Bulgarien zurück.
Aus der Zeit der rumänischen Besatzung stammt die größte Sehenswürdigkeit von Balchik – „Dvoreza” (Schloss) –
die ehemalige Sommerresidenz der rumänischen Königin Maria Alexandrina Viktoria de Edinburgh (1875 – 1938). Die Residenz wurde im Jahre 1924 erbaut. Innerhalb der Residenz liegt der Botanische Garten – noch eine beachtenswerte Sehenswürdigkeit in der Stadt.
Das Historische Museum beherbergt einen Großteil von Fundstücken, die bei Ausgrabungen in der Gegend entdeckt sind. Die Exponate berichten über die Gründung und Entwicklung der Stadt im Altertum und im Mittelalter, anhand von Photos und Urkunden ist die Periode vorgeführt, in der sich Balchik und Süddobrudzha unter rumänischer Herrschaft befanden. Das Museum bewahrt alle Fundstücke und Marmorstatuen aus dem Tempel von „Kybele” auf. Der Tempel von Kybele wurde 2007 freigelegt und nach Archäologen datiert etwa von 280. – 260. Jahren vor Chr. Unter den Ruinen des Tempels sind 27 unversehrte Überschriften entdeckt, wobei fast alle Abbildungen der Göttin Kybele gewidmet sind. Nach dem Erdbeben Mitte des VІ. Jahrhunderts wurde der Tempel mit Erde überschüttet. Heute ist er zum Besuch frei zugänglich. Bei Wunsch kann der Leiter des Historischen Museums die Geschichte des Tempels an Ort und Stelle den Touristen erzählen. Beim Besuch dieser Fundstätte ist Vorsicht geboten, da sie sich auf dem Grund einer tiefen Grube befindet, die nicht abgesichert ist.
Dem Gebäude des Historischen Museums gegenüber liegt das Gebäude des Ethnografischen Museums. Das Museum ist in einem Haus aus der bulgarischen Wiedergeburtszeit untergebracht, das einem Kaufmann aus Balchik gehört hatte. Hier sind Haushaltsgegenstände, Schmuck, traditionelle Trachten ausgestellt. Ein besonderes Augenmerk gilt den Handwerken wie z.B. Kupferschmiederei, Wollstoffherstellung usw. Traditionelle Trachten aus Dobrudzha und Kotel sind im zweiten Stockwerk des Museums zu sehen, dort kann man auch interessante Geräte wie z.B. Wölfe/Wollkämme (Gerät für Wollkämmen), Spindeln, Webstühle usw. besichtigen.
Mehr Einzelheiten über die Entwicklung von Balchik in der Zeit der bulgarischen Wiedergeburt (XVIII. – XIX. Jahrhundert) können die Touristen in der Gesamtgrundschule und in der Kathedrale Heiliger Nikolaus erfahren, die ein Symbol des Kampfes der hiesigen Bevölkerung für eigene Kirche und Bildung darstellen. Die beiden Objekte sind unter dem Namen Wiedergeburtskomplex zusammengeführt. In der Schule kann man sehen, wie Klassenzimmer und Lehrerzimmer aus der Zeit 1861. – 1865. aussahen. Im Klassenzimmer stehen Schulbänke der kleinen Schüler – s.g. „Sandkästen”, danach folgen die Schulbänke zum Schreiben auf Marmortafeln, und ganz hinten befinden sich die Bänke für fortgeschrittene Schüler, die auf Pergamentbögen schrieben.
Die Kunstgalerie ist auch eines Besuchs wert. Nach der Rückkehr von Süddobrudzha nach Bulgarien im Jahre 1940 blieb die Galerie geschlossen, und die Exponate nach Rumänien ausgeführt. In den 60-er Jahren begann die Wiederherstellung dieser Kulturinstitution. Heute sind auf einer Fläche von 800 Quadratmetern Kunstwerke mehrerer bulgarischer Künstler ausgestellt. Im Erdgeschoß gibt es einen Saal für ausländische Kunst und zwei weitere Säle, die für wechselnde Ausstellungen eingeräumt sind. Zentrale Stelle im Foyer des zweiten Stockwerkes nimmt die Statue des Gottes Dionysos ein. Hier befindet sich auch die ständige Exposition der Galerie. Im Magazin der Galerie werden über 1500 Werke bulgarischer und ausländischer Künstler aufbewahrt.
Ganz nah von Balchik befindet sich das Seebad Albena. Die beiden Orte sind miteinander durch die Küstenalle „Dambata” verbunden. Sie nimmt ihren Anfang am Jachthafen, verläuft am Schloss vorbei und reicht bis an Albena, mit einer Gesamtlänge von 7300 m.
16 km von Balchik, nahe des Dorfes Obrochishte, befindet sich das Kloster Ak Jazal Baba (Akqzala Akyazılı Baba) – Heiliger Athanasius. Hiesige Einwohner nennen es „teketo” (Derwischkloster). Erbaut im ХVІ. Jahrhundert wird es sowohl von Christen, als auch von Moslems besucht. Für den Schutzpatron des Klosters halten die Moslems den moslemischen Heiligen Akyazılı Baba. Nach seinem Tode bauen die Derwische ein Teke (Derwischkloster), in dessen Nähe entsteht das Dorf Tekiedzhik (das heutige Dorf Obrochishte). In dieser Stätte verehren die Christen den Heiligen Athanasius den Großen. Sie glaubten, dass es an dieser Stelle einst ein Kloster gab, welches die Moslems zur Heimstätte von Derwischen verwandelten, und dass der Heilige Athanasius von Osmanen ermordet wurde, indem er seinen Glauben schützte. Heute können die Besucher zwei Bauten besichtigen – „türbeto” (Grabmal), in dessen Mitte sich das Grab von Akyazılı Baba befindet, und „imareta” – der Ort, wo die Mönche einst ihre Rituale abhielten und den Reisenden Unterkunft gewährten. Die beiden Bauten haben gleiche Architektur – Siebenwand-Konstruktion mit dem rechteckigen Vorhof, der einer ihrer Wände angelehnt ist. Die Decke von Imareta wurde während des Russisch-türkischen Krieges von 1768–1774 zerstört.
Nahe Balchik sind drei moderne Golf-Spielplätze angelegt. In dieser Gegend befinden sich andere sehenswerte Orte – das Dorf Kranevo, Hauptstadt der Rockmusik in Bulgarien – Kavarna, sowie eine Vielzahl von Campings. Unweit davon liegt Naturschutzgebiet mit der Festung Kaliakra. Balchik und die Umgebung bieten mannigfaltige Möglichkeiten zur Unterbringung, Verpflegung und Vergnügung.
Jedoch ist Balchik in erster Linie ein begehrtes Urlaubsziel wegen der Voraussetzungen, die hier für Seetourismus vorhanden sind. Wunderschöne Strände in der Umgebung der Stadt und frische Natur locken viele Touristen in den Sommermonaten hierher.
In allen Museen und in der Galerie kann man Informationsprospekte mit Beschreibung von kulturellen Objekten und von Balchik bekommen.

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