Botanischer Universitätsgarten in Balchik

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Der Botanische Universitätsgarten in Balchik wurde 1955 von Prof. Daki Yordanov in der Parkanlage der einstigen Sommerresidenz der rumänischen Königin Maria gegründet. Heute beherbergt die 19 Hektar große Anlage eine Sammlung von über 3.500 Pflanzenarten. Die Anlage zieht viele Besucher an. Darüber hinaus hat sie Kulturdenkmal-Status, ist ein Schutzgebiet gemäß Schutzgebietsgesetz als auch ein Rettungszentrum im Sinne des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens.
Der Botanische Universitätsgarten ist in mehrere Bereiche unterteilt:
Gewächshäuser mit der balkanweit größten ständigen Ausstellung von Kakteen, Sukkulenten und submediterrane Arten. Auf  800 m2 geschlossener Fläche kann man über 2.600 Vertreter aus den Familien der Kakteen- und Wolfsmilchgewächse bestaunen. Neben ihrer Artenvielfalt beeindruckt die Ausstellung auch mit der Präsenz von über 400 weltweit geschützten Arten aus dieser Gruppe und einige beispiellose Arten wie etwa der Brachycereus nesioticus (Galapagos-Kaktus). Die ältesten Exemplare der Sammlung sind über 70 Jahre alte Riesenkakteen und Sukkulente. Der botanische Garten veranschaulicht auf attraktive Weise den Übergang zwischen mediterraner Flora und Wüstenbewohnern.
Die Parkanlage mit ihren Gebäuden (die vom Kulturministerium bewirtschaftet werden) hat das Statut einer Architektonischen Parkanlage – ein Denkmal der Garten- und Parkkunst. Der historische Kern wurde unter der rumänischen Königin landschaftlich gestaltet – entlang der Meeresküste wurden auf stark abschüssigem Gelände geometrische Gartenterrassen kombiniert mit Wasserelementen wie Wasserfälle, Kanäle und Wasserspiegel angelegt. Die Gärten sind durch Alleen, Treppen und Tunnel verbunden und von Mauern aus typischem Balchiker Stein umgeben – eine dem Terrain und Wasserregime angepasste einzigartige architektonische Lösung.
In wunderschön gestalteten Erdgeschossen und Parkecken wachsen einjährige Frühjahrs- und Sommerblumen, Alpen- und Wasser-Flora, Farne, geschützte und seltene Arten, Lianen, blühende und immergrüne Sträucher. Für Fachleute und Touristen besonders interessant sind die erfolgreich eingewöhnten exotischen Arten –  der altehrwürdige Ginko, der Urweltmammutbaum (ein Exemplar dieser Größe und dieses Alters außerhalb des natürlichen Lebensraums findet man lediglich im Königlichen Botanischen Garten in London), der Berberis- und Kautschukbaum, die Steinbuche, die großblütige und immergrüne Magnolie u.a.
Der behindertengerechte Garten wurde anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Botanischen Universitätsgartens Balchik eröffnet. Auf 1,1 ha können die Besucher die Schönheit saisonaler Blumenkompositionen, Steingärten, Wasserflächen, Kakteen und Sukkulente eingebettet in typischen Balchiker Stein wahrnehmen. Die Alleen sind behindertengerecht angelegt. In einem gesonderten Bereich können Blinde das Aroma genießen sowie verschiedene Pflanzenarten berühren, die in Brailleschrift beschrieben sind. Eine Sammlung aus winterfesten Kakteen, anhand unseres Klimas nicht selten schneebedeckt, ziehen die Besucher an. Die grüne Kapelle beeindruckt mit ihrer  einfachen Konstruktion, auf welcher das Grün sein Gotteshaus meißelt.
Im Jahr 2005 wurde die Gartenanlage zum Schutzgebiet erklärt – „eine typische Landschaft, geschaffen durch das harmonische Miteinander von Mensch und Natur.“ Hier können Fachleute und Laien natürliche Ökosysteme beobachten und sich an der reichhaltigen Artenvielfalt der Region erfreuen.
Der Botanische Universitätsgarten Balchik ist aber auch ein Standort für Wissenschaft und Forschung, Studentenpraktika, Initiativen verbunden mit naturnaher Bildung und Kunst. Dem Botanischen Garten ist ein Balkan-Öko-Zentrum angeschlossen.

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