Archäologisches Institut mit Museum der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften – Sofia

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Das Nationale Archäologische Museum befindet sich im Zentrum Sofias gegenüber dem Präsidentensitz. Eingerichtet wurde es in der ehemaligen Büyük-Moschee (büyük – türk. „groß“) aus dem 15. Jahrhundert, die das älteste in Sofia erhaltene moslemische Gebäude aus der Zeit der osmanischen Fremdherrschaft ist. Das Museum öffnete am 18. Mai 1905 erstmals seine Tore für Besucher. In den Jahren wurde mehrmals angebaut, um ausreichend Platz für alle Funde und Kulturdenkmäler zu schaffen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude bei den Bombenabwürfen über Sofia 1944 stark beschädigt, erlebte aber in den Folgejahren einen sachgemäßen Wiederaufbau.
Das Gebäude der ehemaligen Moschee wurde bereits 1927 zum Kulturdenkmal erklärt (Staatsanzeiger Nr. 69).
Die Ausstellungsräume nehmen zwei Stockwerke ein. Im Hauptsaal, der über zwei Etagen geht, werden Funde aus der späten Bronzezeit bis zum Spätmittelalter gezeigt. Der größte Teil der Exponate steht mit der Blüte Thrakiens im 5. bis 3. vorchristlichen Jahrhundert und dem Odrysenreich in Verbindung. Ausgestellt sind auch Funde aus den Grabhügeln der Thraker. Beiderseits des Eingangs vom Hauptsaal können die Besucher Grabdenkmäler, Götterstatuen, Keramik und verschiedene andere Gegenstände bewundern, die bei Ausgrabungsarbeiten an den Küsten des Schwarzen und des Ägäischen Meeres ans Tageslicht gekommen sind. Viele Stücke sind in den Nekropolen in Appollonia Pontica (heute Sozopol) und Odessos (heute Varna) entdeckt worden. Aufbewahrt werden auch viele gut erhaltene steinerne Denkmäler aus römischer Zeit, wie Portraitstatuen, die von griechischen Bildhauern geschaffen wurden.
Im Saal „Vorgeschichte“ sind chronologisch Funde aus dem Paläolithikum (Altsteinzeit) bis zur mittleren Bronzezeit ausgestellt. Unter den sehenswertesten Exponaten sind die Funde aus den Wohnhügeln von Karanovo und Ezero. Darunter sind Werkzeuge, Figuren aus Ton und Bein und Keramikmodelle von Wohnhütten und Feuerstätten. Allen Exponaten sind zum besseren Verständnis Erklärungen beigefügt.
Besonders beeindruckt werden die Besucher von der maßstabsgetreuen Kopie des Reiterreliefs von Madara, angebracht an der Wand gegenüber dem Haupteingang. Der Reiter von Madara ist ein einzigartiges Relief, das im Frühmittelalter von unbekannter Hand in 23 Meter Höhe an einem senkrechten Felsen in der Nähe des heutigen Dorfes Madara, 16 Kilometer östlich der ostbulgarischen Stadt Shumen eingemeißelt wurde. Das Reiterrelief wurde in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Im zweiten Stockwerk des Museums ist im Saal „Mittelalter“ eine der reichsten Sammlungen mittelalterlicher bulgarischer Wandmalerei zu bewundern.
Im „Tresor“, einem Saal im zweiten Stock, werden einige der wertvollsten Museumsexponate gezeigt, darunter der Schatz von Walchitran aus dem 14. bis 12. Jahrhundert vor Christus und der Schatz von Lukovit aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert. Hier werden auch die Funde aus dem Grabhügel „Svetitsa“ bei Kasanlak, wie die berühmte Totenmaske und aus dem Grabhügel „Golyamata Kosmatka“ in der Nähe der Stadt Schipka mit dem Kopf einer Bronzestatue ausgestellt.
Das Museum bietet Informationsmaterial und Fachliteratur an.

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Fotos

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