Sofia

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Sofia ist die größte Stadt des Landes und Hauptstadt von Bulgarien. Vor Jahrtausenden gegründet, weitet sich die Metropole ständig weiter aus und wird ihrer Rolle als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes gerecht. Heute hat die bulgarische Hauptstadt über 1,25 Millionen Einwohner.
Die Metropole liegt im Westen des Landes, in der Sofioter Hochebene am Fuße des Vitosha-Gebirges auf einer mittleren Höhe von 550 m über dem Meeresspiegel. Das Klima ist gemäßigt kontinental – mit kalten und schneereichen Wintern und kühleren Sommern. Die mittlere Januar-Temperatur beträgt -1 °C, die mittlere Juli-Temperatut liegt bei 20 °C.
Die Stadt ist ein strategisch wichtiger Verkehrsknoten, der Westeuropa (über Belgrad-Skopie-Plovdiv-Istanbul) mit den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens, die Donau mit der Ägäis und das Schwarze Meer mit der Adria verbindet. Nicht weit entfernt liegen die Hauptstädte der meisten Balkan-Staaten: Ankara – 1012 km, Athen – 837 km, Belgrad – 374 km, Bukarest – 395 km, Zagreb – 762 km, Ljubljana – 897 km, Sarajevo – 549 km, Skopje – 239 km, Tirana – 553 km. In der bulgarischen Metropole nehmen die Autobahnen Trakya, Lyulin und Hemus ihren Anfang. Der Sofioter Flughafen gewährleistet eine bequeme Verbindung zu Großstädten im In- und europäischen Ausland. Vom Hauptbahnhof und zentralen Busbahnhof aus sind alle Gegenden im Inland erreichbar.
Sofia war bereits im frühesten Altertum besiedelt. Von den warmen Thermalquellen angezogen, lässt sich im VIII. Jahrhundert v. Chr. der thrakische Stamm der Serder hier nieder und gibt der Stadt ihren ersten Namen – Serdika oder Serdnopolis. Im I. Jahrhundert wird Serdika von den Römern erobert, die die Siedlung in eine blühende Stadt verwandeln. Unter Kaiser Marcus Ulpius Traianus (98 -117) trägt die Stadt seinen Namen – Ulpia Serdika und ist Provinzhauptstadt. Serdika war die Lieblingsstadt von Kaiser Konstantin dem Großen (306-337), der zu sagen pflegte: „Sofia ist mein Rom.“ Um 175 wird die Stadt mit einer soliden Stadtmauer und vier Beobachtungstürmen versehen, eine zweite Außenmauer folgt im V.-VI. Jahrhundert. Ihre zweite Blütezeit erfährt die Stadt unter Kaiser Justinian dem Großen (527 – 565).
Anfang des IX. Jahrhunderts wird Serdika vom bulgarischen Khan Krum (803 – 814) erobert. Unter Khan Omurtag (814 – 831) wird die Stadt endgültig in das Erste Bulgarische Reich (VII.-XI. Jahrhundert) einverleibt. Zu dieser Zeit trägt sie bereits den Namen Sredets – den sie ihrer wichtigen Lage an einem Kreuzweg verdankt. 1018 – 1194 steht Sredets unter byzantinischer Herrschaft, behält jedoch seine wichtige strategische, wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Zur Zeit des Zweiten Bulgarischen Reiches (1185 – 1393) erhält Sredets das Antlitz einer  mittelalterlichen Großstadt – die Straßen verengen sich, gebaut werden viele kleine Kirchen, in der Umgebung der Stadt entstehen zahlreiche Klöster, die später den Komplex „Sofiyska Sveta Gora“ (Sofioter Heiliger Berg) bilden. Ausgangs des XIV. Jahrhunderts übernimmt die Stadt den Namen ihres größten Gotteshauses und Wahrzeichens – der Basilika „Sveta Sofia“ – und nennt sich fortan Sofia.
1382 wird die Stadt von den Osmanen erobert. Am 4. Januar 1878 sprengt sie die Ketten der türkischen Fremdherrschaft – am 3. April 1897 wird Sofia zur Hauptstadt des befreiten bulgarischen Staates ausgerufen.
Sofia bewahrt viele wertvolle Denkmäler aus den großen Epochen der Vergangenheit. Bei einem Spaziergang durch die Stadt können Touristen in der Unterführung zwischen dem Ministerratsgebäude und der Präsidentschaft die Überreste des Osttors von Serdika – Sredets aus dem II.–XIV. Jahrhundert besichtigen. In ihrer Nachbarschaft bieten zahlreiche kleine Läden traditionelle bulgarische Souvenirs und Rosenwasser zum Kauf an.
Eine der ältesten Kirchen der Hauptstadt ist Basilika „Sveta Sofia“, die unter dem byzantinischen Kaiser Justinian (527–565) errichtet wurde. Sie war die Hauptkirche der mittelalterlichen Stadt, wurde jedoch zur Zeit der osmanischen Fremdherrschaft in eine Moschee umgestaltet. In unmittelbarer Nähe der Sophienkirche befindet sich die Alexander-Nevski-Kathedrale – eines der Wahrzeichen der Hauptstadt. Das Gotteshaus wurde 1912 nach den Plänen des russischen Architekten Alexander Pomeranzev gebaut. Der 53 m hoch ragende Glockenturm hat 12 Glocken, von denen die schwerste ein Gewicht von 10 Tonnen auf die Waage bringt. Die Kathedrale ist ein Lieblingsplatz der Pilger-Touristen in Sofia. In der Kirche selbst haben rund 5.000 Menschen Platz. An großen christlichen Feiertagen füllt sich der Platz um die Kirche mit Gläubigen. Die Krypta der Alexander-Nevski-Kathedrale beherbergt die orthodoxe Kunstausstellung. Gegenüber der Kathedrale befindet sich die Nationalgalerie für ausländische Kunst, wo häufig Ausstellungen weltbekannter Künstler zu Gast sind.
Das älteste Gotteshaus in Sofia ist die Rotunde „Sveti Georgi“. Man vermutet, dass sie im IV. Jahrhundert unter Kaiser Konstantin dem Großen erbaut wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft der Rotunde befindet sich in der Unterführung zur U-Bahn-Station „Sedika“ die Kirche „Sveta Petka Samardzhiyska“ aus dem XI. Jahrhundert. Eine weitere christliche Sehenswürdigkeit in der unmittelbaren Umgebung ist die katholische Kirche „Hl. Joseph“. Nicht zu übersehen ist die Banya-Bashi-Moschee aus dem XVI. Jahrhundert. Auch die Synagoge ist ganz in der Nähe, in welcher übrigens auch ein Museum eingerichtet ist. Es gibt wohl kaum eine andere Stadt in Europa, in der die religiösen Zentren der orthodoxen Christen, Katholiken, Juden und Muslime so nah beieinander liegen. Ganz in der Nähe kann man zudem antike Ruinen sowie das Gebäude des Zentralbades, die Markthalle und die Kirche „Sveta Nedelya“ besichtigen. Gegenüber der Sveta-Nedelya-Kirche befindet sich die Theologische Fakultät, in der das Nationale historisch-archäologische Kirchenmuseum untergebracht ist. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen ferner die Löwen- und die Adlerbrücke (Lavov Most und Orlov Most), das Russische Denkmal als auch das Denkmal von Vasil Levski (Freiheitskämpfer gegen die osmanische Fremdherrschaft im XIX. Jahrhundert).
Unweit der religiösen Sehenswürdigkeiten befindet sich gegenüber dem Präsidentensitz das Nationale Archäologische Museum. Hier werden einige der wertvollsten in Bulgarien freigelegten Schätze aufbewahrt.
Die Meisterwerke der bulgarischen bildenden Kunst sind in der Nationalen Kunstgalerie zu sehen, die im Gebäude des ehemaligen Zarenpalasts untergebracht ist. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem das Nationale Naturkundemuseum, wo ausgesprochen wertvolle mitunter sogar bereits ausgestorbene Tier-und Pflanzenarten ausgestellt sind. Neben dem Museum ist die Russische Kirche „Sveti Nikolay“ situiert, die durch ihre Architektur beeindruckt. Auch die Volksversammlung, das Denkmal „Tsar Osvoboditel“ sowie die Sofioter Universität „Hl. Kliment von Ochrid“ gelten als Wahrzeichen der bulgarischen Hauptstadt. Das Volkstheater „Ivan Vazov“ zählt unbestritten zu den schönsten Gebäuden der bulgarischen Metropole.
Am Fuße des Vitosha-Gebirges befindet sich im Stadtteil Boyana das Nationale Historische Museum, wo historische Denkmäler aus der Vorgeschichte bis zur Gegenwart aufbewahrt werden. Mit über 700.000 Kulturdenkmälern verfügt das Museum über einen der umfangreichsten Bestände des Landes. Unweit des Museums befindet sich auch die Kirche von Boyana – eines der in der UNESCO-Welterbeliste erfassten bulgarischen Kulturdenkmäler.
Die bulgarische Hauptstadt wartet mit zahlreichen weiteren Museen auf – Polytechnisches Museum,  Anthropologisches Museum, Sportmuseum etc.
Als Hauptstadt von Bulgarien ist Sofia ununterbrochen Gastgeber zahlreicher kultureller, musikalischer, sportlicher und anderer Ereignisse. Im Nationalen Kulturpalast, in den Stadien und großen Sälen der Stadt geben viele bekannte Gruppen und Solisten Konzerte. Im Mai und Juni findet im Kulturpalast das Internationale Festival „Sofioter Musikwochen“ statt. Die zahlreichen Theater und Galerien der Hauptstadt bieten ein interessantes und abwechslungsreiches Programm.
Sofia ist eine bevorzugte Destination für Kongresse und Ausstellungen – etliche Kongresszentren bieten vielfältige Möglichkeiten. Der Nationale Kulturpalast ist beispielsweise häufig Gastgeber von Businessforen und Ausstellungen.
Darüber hinaus sind in Sofia einige der namhaftesten und größten Bildungseinrichtungen des Landes konzentriert – Universitäten, Colleges, Gymnasien, die in Bereichen wie Architektur, Medizin, Geisteswissenschaften, Ingenieurwesen, Musik, Choreografie und angewandte Kunst eine fundierte und moderne Ausbildung bieten.
In der Umgebung von Sofia – vor allem in den nahe gelegenen Gebirgen Vitosha, Lozen und Stara Planina – entstanden in der Vergangenheit zahlreiche Klöster, die den s.g. „Sofiyska Sveta Gora“ (Heiliger Berg von Sofia) bilden. Der Komplex vereint zahlreiche Klöster, die einst die Rolle kultureller Zentren innehatten und während der osmanischen Fremdherrschaft den bulgarischen Geist bewahrten. Heute sind das Dragalevtsi-, Lozen-, German-, Kremikovtsi-, Cherepish-, Osenovlah-Kloster etc. für Besucher zugänglich.
Auch gibt es in der bulgarischen Hauptstadt zahlreiche Sportanlagen – Freiluftbäder und Schwimmhallen, Tennisplätze, moderne Sporthallen, Parkanlagen. In den Stadien der Stadt ist die Fangemeinde der großen bulgarischen Fußballmannschaften zu Hause.
Die Sofioter Parkanlagen sind ein bevorzugter Ort für Erholung und Sport. Im Stadtzentrum befindet sich der Borisov-Garten, in Nachbarschaft des Nationalen Kulturpalasts erstreckt sich der Südpark. Vor den Toren von Sofia warten die Stadt Ihtiman sowie das Dorf Ravno Pole mit Golfplätzen auf, wo man der nunmehr auch in Bulgarien populären Sportart nachgehen kann.
Im Winter ist das Vitosha-Gebirge die Lieblingsdestination von Skifahreren und Snowboardern. Im Sommer ist das Gebirge eines der beliebtesten Ausflugsziele für Picknick-Fans und Wanderer. Das Vitosha-Gebirges beherbergt ferner den ältesten Naturpark der Balkanhalbinsel – den Naturpark „Vitosha“. Die Parkfauna ist ausgesprochen reichhaltig und vielfältig. Zehn der Vitosha-Berge sind Zweitausender – der höchste ist der Cherni Vrah im Zentralteil des Gebirges mit 2.290 m über dem Meeresspiegel. Das Vitosha-Gebirge ist ein beliebter Erholungsort für Sofioter und Gäste der Stadt. An den Wochenenden füllen sich die Wiesen und Wanderwege mit Liebhabern der herrlichen Natur. Nähere Auskunft über den Park erteilt das Naturschutz-Informationszentrum „Vitosha“, das sich ca. 1 km außerhalb von Dragalevtsi unweit des gleichnamigen Klosters befindet. Das Gebirge ist auch eine populäre Destination für den Wintersport. Vitosha wartet mit zwei Skizentren auf – „Aleko“ und „Konyarnika“. Die Pisten des 1.800 m über dem Meeresspiegel gelegenen Skizentrums „Aleko“ haben Nordlage und sind u.a. für Nachtfahrten geeignet. Das Skizentrum „Konyarnika“ liegt in einer Höhe von 1.507 m über dem Meeresspiegel. Die Gesamtlänge der Pisten beläuft sich auf 29 km, die längste Piste in 5 km lang, der größte Höhenunterschied beträgt 780 m. Die Pisten sind sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Skifahrer geeignet.
In Sofia befindet sich zudem der größte Zoo des Landes. Er erstreckt sich im Süden der Hauptstadt und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt.
Auch für Kinder bietet die bulgarische Hauptstadt vielfältige Freizeitmöglichkeiten. In etlichen Parks gibt es sichere und moderne Spielanlagen für Kids. Auch können sich die Jüngsten in Kinderparks und Kinderfreizeiteinrichtungen austoben.
Wie jede Großstadt bietet Sofia Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geschmack – Luxushotels namhafter ausländischer Hotelketten, Hostels sowie kleinere-und Familienhotels. Auch die vielfältigen Einrichtungen lassen keine Wünsche offen – Diskotheken, Restaurants, Bars, Piano-Bars, Folk-Klubs, Tavernen, Konditoreien, Fastfood-Restaurants etc.
Darüber hinaus ist Sofia eine SPA-Destination. Die Mineralquellen im nahe gelegenen Kurort Bankya bieten ausgezeichnete Möglichkeiten für Therapie, Erholung und Wellness. In der Hauptstadt selbst gibt es Dutzende SPA-Tageszentren, in denen Sie Ruhe und Erholung finden sowie Beauty- und Relaxanwendungen genießen können.
Der populäre Vitosha-Boulevard ist eine beliebte Shoppingmeile der Sofioter und Gäste der Stadt. Hier locken die Geschäfte namhafter ausländischer Marken – die Fußgängerzone ist ein beliebter Ort zum Schlendern und Erholen. Auch sonst bietet Sofia zahlreiche und vielfältige Shoppingmöglichkeiten – die Stadt beherbergt einige der größten Shopping-Malls der Balkanhalbinsel.
Ihren Festtag begeht die bulgarische Hauptstadt am 17. September. An diesem Tag ehrt die orthodoxe Kirche die Heiligen Märtyrer Sofia und ihre drei Töchter Vyara, Nadezdha und Lyubov (Liebe, Glaube und Hoffnung).

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