Wein und kulinarischer Tourismus

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Der Wein hat eine lange Tradition in den bulgarischen Gebieten. Jahrtausende lang wurden sie von den uralten Thrakern bewohnt – eine Zivilisation, welche die Götter Zagreus und Dionysus verehrte und den Wein bei ihren religiösen Riten verwendete. Die Traditionen in der Weinherstellung werden bis heute fortgeführt und heutzutage ist Bulgarien stolz auf seine qualitätsvollen Weine – manche davon werden von unikalen örtlichen Rebsorten und in beeindruckender Qualität hergestellt.

Wein gehört fest zur Geschichte Bulgariens, zur bulgarischen Kultur, Lebensweise und zum bulgarischen Geist. Die bulgarischen Gebiete sind die Erben von uralten Zivilisationen, die unauslöschliche Spuren in unserer Gegenwart hinterlassen haben. Für die Thraker war der Wein ein wichtiger Teil der religiösen Riten und ein Mittel zur Ansprache der Götter. Davon zeugen zahlreiche Heiligtümer, die im ganzen Land entdeckt wurden und wichtige Kenntnisse über die uralten Riten und den Kult zum Weingott Zagrej liefern. Bulgarien ist stolz auf einige der bedeutsamsten archäologischen Entdeckungen, unter welchen die goldenen und silbernen thrakischen Schätzen, die zum größten Teil prunkvolle Weinsets darstellen.

Die Anwendung des orphischen Getränks bei religiösen Riten geht auch auf lange Traditionen im Weinbau und in der Weinherstellung zurück. Selbst in Homers Werk ist des Öfteren die Rede von den vorzüglichen thrakischen Weinen.

Einzigartige Rebsorten sind:

Gamza – eine regionale rote Rebsorte, die in Nordwestbulgarien am besten gedeiht – Suhindol und in den Gebieten um Vidin und Pleven. Die Traube von dieser Sorte reift spät und daraus werden Dessert- und Tafelrotweine mit einer kräftigen transparenten Himbeerfarbe und einem fruchtigen himbeerdominanten Geschmack hergestellt. Der Geschmack ist frisch, leicht und mag keinen Kontakt mit Eichenholz. Die Gamza-Weine werden gewöhnlich jung konsumiert. Die unterschiedlichen Sortezweige werden in Ungarn, Rumanien, Mazedonien angebaut, wobei die andere Bezeichnung – Kadarka – am meisten bekannt ist. Gamza-Wein von bester Qualitat kann in Weinkellereien bei Vidin (Bregovo), Pleven, Suhindol, Pavlikeni u.a. gekostet werden.

Schiroka Melnischka Loza ist eine lokale rote Rebsorte, die allein in der Region um Melnik, Petrich und Sandanski gedeiht, da sie gegen niedrige Temperaturen nicht widerstandsfähig ist. Die Farbsättigung der Weine ist mittel. Der Wein von dieser Sorte weist eine ausgezeichnete Qualität auf, begleitet von reifen Kirschen- und Kräuter-Aroma und in Eichenfässern entwickelt sie Nuancen von Tabak und Leder. Der Geschmack der jungen Weine ist frisch und mit hervorgehobenen Tanninen. Der Geschmack wird beim Reifen milder, bewahrt jedoch die Note auf. Der Wein von Schiroka Melnischka Loza ist von einmalig guter Qualität und kann in den Winzereien in der Umgebung von Sandanski und Melnik gekostet werden.

Dimyat ist eine für die Schwarzmeerregion typische bulgarische weisse Rebsorte, verwendet zur Herstellung von trockenen und aromatischen Weißweinen und Destillaten (Schnaps, Brandy u.a.). Der Geschmack ist leicht und hat eine angenehme Frische. Diese Sorte gedeiht am besten in der Umgebung von Varna, wird jedoch auch in anderen Landesteilen angebaut. Dimyat können Sie in Weinkellereien in der Region von Varna, Shumen, Burgas, Pomorie u.a. genießen.

Mavrud ist eine sehr alte lokale Sorte,die vorwiegend in der Region des „Rhodopenkragens“ – ein Gebiet südlich von den Städten Asenovgrad, Pasardshik, Plovdiv, im Vorgebirge der Rhodopen, angebaut wird. Ihr Wein hat eine purpurrote Farbe und ausgezeichnete Geschmackseigenschaften sowie eine ausgesprochene Dichte. Das Aroma ist saftig, wobei reife Waldbeere und Kräuter vorherrschen. Diese Sorte gedeiht sehr gut in Eichenf ssern. Einige Weinkellereien in der Umgebung von Asenovgrad, Pazardzhik und Plovdiv bieten Kostproben von Mavrud von hervorragender Qualitat an.

Die rote Misketsorte

Die rote Misketsorte ist eine alte bulgarische Sorte, verbreitet uberwiegend in der Region am Südhang des Balkangebirges. Das ist die frostsicherste bulgarische Rebsorte. Ihr Wein hat eine interessante Farbe mit rosaroten Nuancen. Das Aroma hat Rosenöl,- sowie Quitte,- und Honignuancen. Weißweine aus rotem Misket können Sie in den Weinkellern in der Region von Karlovo, Banya, Straldsha und Sungulare genießen. Neben der Herstellung von Weißweinen ist die Weinsorte auch für die Herstellung von Dessertweinen, halbtrocken und von Weinen mit süßem Geschmack sowie von Destillaten (Schnaps, Brandy u.a.) sehr gut geeignet. Sie kennzeichnet sich durch ein großes Potenzial zur Ablagerung und zum Altern. Das Destillat dieser Sorte gedeiht sehr gut in Eichen,- Akazie und Kirschenbaumf ssern.

Rubin ist eine lokale Sorte, entstanden durch Kreuzung von zwei Sorten – Nebbiolo und Sira. Die Weine besitzen eine ges ttigte Farbe, der Geschmack ist kräftig und hat eine milde Note. Das Aroma ist intensiv, fruchtig, wobei der Duft der reifen Brombeere dominant ist. In Eichenf ssern gelagert, entwickelt diese Sorte Konfiturenuancen. Den Rubin-Wein kann man in den Weinkellern in der Region von Plovdiv und Septemvri kosten. Der Rotwein aus dieser Sorte hat ein großes Potenzial zum Altern sowie in Flaschen, als auch in Eichenf ssern.

Pamid gehört zu den ältesten Sorten, die auf unseren Gebieten gedeihen. Diese Sorte ist auf der ganzen Balkanhalbinsel unter verschiedenen Bezeichnungen verbreitet und für Weinherstellung und Weingenuss in frischem Zustand sehr gut geeignet. Der Pamid-Wein besitzt eine hellrote Farbe. Das Aroma ist frisch, hat eine fruchtige Nuance, elegante Struktur und eine milde Note. Wegen des niedrigen Phenol-Gehalts wird dieser Wein jung getrunken und reagiert nicht gut auf Kontakt mit Eiche. Diese Sorte wird oft bei Kreuzungen verwendet. Der Pamid kann in den Weinkellern in den Regionen um Pazardzhik, Pamidovo und Plovdiv gekostet werden.

Die bulgarische nationale Küche ist bunt und abwechslungsreich. Es handelt sich um Traditionen und Praktiken, die sich in den Jahrhunderten bewährt haben, an manchen Orten wurden die Rezepte von Generation zu Generation überliefert, um jahrhundertelang unverändert zu bleiben. Typisch für die bulgarische Küche ist die gleichzeitige Wärmebehandlung der meisten Lebensmittel. Die Rezepte enthalten viel Gemüse und viele Gewürze, darunter Knoblauch, Pfeffer, Thymian, Krauseminze, Bohnenkraut, Lorbeerblätter und Paprika. Manche Gerichte werden konkret zu bestimmten Festen aus dem bulgarischen Kalender zubereitet, wie z.B. am Heiligabend, zu Ostern, am Tag des Heiligen Georg oder am Tag des Hl. Nikolaus.

Die meist charakteristischen Produkte, mit denen sich Bulgarien international einen Namen gemacht hat, sind der Joghurt und der bulgarische Salzlaken-Käse, die in jeglicher Form ein untrennbarer Bestandteil der Speisekarte der Bulgaren sind.

Zu den bekanntesten und beliebtesten Snacks zählt die Banitsa, ein Blätterteiggebäck mit verschiedenen Füllungen, wie etwa Käse, Spinat, Reis oder Fleisch. Auch Eierkuchen, Buchteln, Mekitsi (eine Art Krapfen), in Ei gebratene Brotscheiben u.a. sind, serviert mit Konfitüre, Marmelade, Honig oder bulgarischem Joghurt, ein sehr schmackhaftes und beliebtes Frühstück.

Das in Bulgarien angebaute Gemüse hat hervorragende Geschmackseigenschaften. Deshalb haben die Salate in unserer kulinarischen Tradition einen hohen Stellenwert. Der bekannteste bulgarische Salat ist der Shopska-Salat, jedoch sind auch andere Salate eine Kostprobe wert – Schäfer-Salat (Ovcharska Salata), Schnitter-Salat (Shatvarska Salata), Schneewittchen-Salat (Sneshanka), Mönchs-Salat (Kalugerska Salata) Dobrudzha-Salat, Salat aus gebackenen Paprika und viele andere.

 

Eine der beliebtesten Vorspeisen ist der Tarator, eine kalte Suppe aus Joghurt, Gurken, Dill, gehackten Walnüssen und Gewürzen.

Auch isst man hierzulande gern Suppen. Eine unglaublich leckere Bohnensuppe wird in der Gegend um das Rhodopen-Dorf Smiliyan zubereitet. Interessante Fischsuppen kann man an der Schwarzmeerküste und in der Donauregion probieren.

Bei den Hauptgerichten stehen Grillspeisen hoch im Kurs – Buletten, Hackfleischröllchen (Kebapcheta), Schaschliks, dünne Bratwürstchen (Karnacheta) und andere. Sehr verbreitet sind zudem verschiedene Eintöpfe und in Tontöpfen zubereitete Schmorfleischgerichte – Chomlek, Kavarma, Kapama (in der Region Bansko) u.a.

 

Eine weitere Lieblingsspeise der Bulgaren sind die Sarmi (Rouladen) – gefüllte Weinlaub- oder Sauerkrautblätter im Miniformat, die vor allem in den thrakischen Gegenden Tradition haben.

 

Ein Markenzeichen der bulgarischen Küche ist der Lammspieß (Cheverme), bei dem ein ganzes Lamm auf den Spieß kommt. Dieser Spieß wird vor allem in den Rhodopen gedreht, wird jedoch auch in anderen Regionen des Landes zubereitet.

 

Die Kartoffel hat einen festen Platz auf der bulgarischen Speisekarte. Weit verbreitet sind überbackene Kartoffeln, der Patanik in den Rhodopen (Blätterteiggebäck mit Kartoffelfüllung), Kartoffeleintopf, Pommes frites u.a.

Auch wartet Bulgarien mit vielfältigen Wurstwaren und Delikatessen auf, unter denen der Sudzhuk (Hartwurst) am bekanntesten ist. Er wird in allen Regionen des Landes hergestellt, das Mekka der Sudzhuk-Herstellung ist jedoch die Stadt Gorna Oryahovitsa. Eine weitere Fleisch-Delikatesse nennt sich „Banski Starets“ (der Alte aus Bansko), die, wie der Name schon sagt, im Raum Bansko hergestellt wird. Das Gebiet um die Stadt Elena und des Elena-Balkans wartet wiederum mit seiner „Filet nach Elena-Art“ auf. Die Delikatesse wird aus gesalzenem Schweinefleisch zubereitet und in der Regel zu einem Glas gutem Wein gereicht.

Damit ist der Reichtum bulgarischer Speisen und Getränke jedoch längst nicht erschöpft. Um den ganzen kulinarischen Zauber des Landes kennenzulernen, bedarf es viel Weg und Zeit, denn jedes einzelne Gebiet wahrt seine eigenen Traditionen und wartet mit unterschiedlichen kulinarischen Versuchungen auf.

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