Dragoman-Moor

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Das Dragoman-Moor ist das größte Karst-Moorgebiet in Bulgarien. Es liegt 40 km nordwestlich von Sofia und ca. 3 km von Dragoman entfernt.
1930 begann man in Bulgarien, die Feuchtgebiete zu entwässern und für die Landwirtschaft urbar zu machen. Das Dragoman-Moor wurde mithilfe von elf Entwässerungskanälen und Pumpstationen trocken gelegt und für lange Zeit starb hier jegliches Leben. Mit der Einstellung der Entwässerungsprozesse begann sich Anfang der 90er Jahre der ökologische Zustand des Dragoman-Moores zu erholen. Gegenwärtig kehrt hier das Leben zurück und beginnt sich allmählich zu normaliseren. Das Moor befindet sich in einer Höhe von 701m über dem Meeresspiegel und umfasst ein Fläche von 350 ha, was in etwa der Größe von 480 Fußballfeldern entspricht. Seit 1996 kümmert sich die Organisation „Balkani Wildlife Society“ um die Regenerierung und den Schutz des Moores.
Im Moor leben 226 Vorgelarten, von denen 126 hier nisten. Für zwei weltweit vom Aussterben bedrohte Arten ist das Feuchtgebiet als Nistplatz überlebenswichtig – für die Moorente (Aythya nyroca) und den Wachtelkönig (Crex crex). Über dem Moor verläuft die Zugvogelroute „Via Aristotelis“, weshalb das Feuchtgebiet für die wasserliebenden Zugvögel von enormer Bedeutung ist.
In der hiesigen Flora sind Rohrkolben, Schilf, Seggen und Schilfrohr anzutreffen. Zu den interessanten Arten zählen das Quirl-Tännel (Elatine alsinastrum), der Gewöhnliche Wasserschlauch (Utricularia vulgaris – eine fleischfressende Pflanze) die fleischfressende, wurzellose Wasserpflanze namens Wasserfalle (Aldrovanda), Orchideen u.a.
Im Moor gibt es speziell gefertigte Holzwege, auf denen die Besucher spazieren gehen und die hiesige Tier- und Pflanzenwelt beobachten können. Zudem wurde ein Beobachtungsturm errichtet, von dem aus sich ein herrliches Panorama auf das Umland eröffnet. Im Schilfrohr gibt es Unterstände, von wo aus man die Moorbewohner fotografieren kann.
In unmittelbarer Nähe des Feuchtgebietes lädt das Chepan-Gebirge zum Wandern ein. Der höchste Gipfel des Kalksteingebirges ist der 1206 m hohe „Petrovski krast“ (Petrov-Kreuz), wo man seltene Endemiten wie die Urumov-Tulpe (Tulipa urumoffii), die Becherglocke (Edraianthus serbicus) u.a. antrifft. Auf dem Gipfel „Petrovski krast“ befindet sich ein thrakisches Heiligtum des Gottes Sabazios. Der ausgeschilderte Wanderweg durch das Chepan-Gebirge führt durch die vielfältigen Lebensräume des Berglandes. Für den 13 km langen Fußmarsch mittleren Schwierigkeitsgrades braucht man ca. 5-6 Stunden.
Eingangs des Moorgebietes befindet sich das Besucherzentrum „Dragoman-Moor“. Das Zentrum verfügt über einen 100 m2 großen Vorführungssaal, in dem ferner die in Bulgarien einzige Feuchtgebiete-Ausstellung zu sehen ist. Darüber hinaus können sich die Besucher über einen Interaktivmodul mit der Geschichte des Gebietes vertraut machen.
Das Besucherzentrum ist das erste und einzige Zentrum im Raum Sofia, das auf Tagungen, Lehrstunden, Vorlesungen und Seminare von Schülern und Naturschützern spezialisiert ist. Für Schüler wurde ein spezielles Bildungsprogramm erarbeitet, das die Feuchtgebiete auf interessante und unterhaltsame Weise näherbringt. Im Zentrum sind weitere Informationsmaterialien und Souvenirs erhältlich.

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