Antikes Forum Trayana – Stadt Stara Zagora

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Das Forum der antiken römischen Stadt Avgusta Trayana ist ein archäologisches Objekt im zentralen Teil der Stadt Stara Zagora. Das Objekt wurde nach Bauarbeiten in der Umgebung vom Gerichtsgebäude in der Stadt entdeckt.
Der antike Forumskomplex stellt eine der monumentalsten Anlagen in der römischen Stadt Avgusta Trayana dar. Der Gründer der Stadt war der Kaiser Trayan (98-117), woher auch ihr Name stammt. Trayan leistete einen breitumfassenden Beitrag zur urbanistischen Entwicklung der Stadt, jedoch der Krieg, den er im Zeitraum 114-117 im Osten gegen das Parthische Reich führte, verhinderte ihn daran die Stadt aufzubauen. Der tatsächliche Aufbau von Avgusta Trayana begann beim Kaiser Mark Aurel (161-180). Während seiner Regierungszeit wurden das Straßennetz, eine Wasserversorgungsanlage und eine Kanalisation, der Bau von öffentlichen Gebäuden und Wohngebäuden in die Tat umgesetzt. Es wurden zwei Festungsmauern errichtet, verstärkt mit circa 40 Kriegstürmen, von denen bislang nur 11 entdeckt und erforscht wurden. Es wurden ebenso die beiden Stadttore entdeckt – das südliche und das westliche. In derselben Zeit wurde der Stadt das Recht erteilt, eigene Bronzeemissionen zu münzen. Das Münzen dauerte circa 100 Jahre lang. Es wurden ebenfalls Kirchen, Basiliken, Thermen, Portiken, ein Theatergebäude, Märkte u. a. errichtet
Den größten Eindruck macht der Forumskomplex, der sich neben dem westlichen Stadttor befindet. Ein einzigartiges Element dieses Komplexes ist das amphitheatralisch gebaute Theatron, dessen Vorderseite zu dem zentralen Platz des Komplexes ausgerichtet ist. Es verfügte über zehn amphitheatralisch geordnete Steinreihen, die von den Zuschauern für Beobachtung von Ereignissen, Versammlungen, Straßenzügen, Gladiatorenkämpfen u. a. benutzt wurden. Der Platz war mit Steinplatten belegt, und in seinem Zentrum ist ein Postament erhalten geblieben, auf dem eine Statue des Kaisers zu Pferde aufgestellt war. Nördlich vom Theatron befinden sich geräumige Thermen, die eine öffentliche Badeanstalt dartsellten und zugleich die Rolle eines öffentlichen, geistigen und sportpädagogischen Komplexes spielten. Das Gebäude verfügte über mehr als 10 geräumige Säle. Dort befand sich ebenso die früheste Lehranstalt in der Stadt (Anfang des III. Jhs.) – das Gymnasion von den Severern. Der Komplex wurde etwa Mitte des V. Jhs. bei den verwüstenden Überfällen seitens der Chunen, geführt von Attila, zerstört.
Bereits in den ersten Jahrzehnten seiner Existenz etablierte sich Avgusta Trayana als wichtiges wirtschaftliches, politisches, administratives und geistiges Zentrum in der römischen Provinz Thrakien. Es genoss einen speziellen Status.
Im Zeitraum І.-III. Jh. auf dem Gebiet um Avgusta Trayana herum entstand eine große Anzahl an großen Landgütern, den sogenannten Villen. Dazu gehört die längst erforschte und wohlbekannte thrakische Villa in der Umgebung des Stausees Chatalka, circa 20 km westlich von Stara Zagora entfernt.
Auf dem Gebiet um die Stadt herum sind über 30 thrakische Heiligtümer bekannt, gewidmet überwiegend dem thrakischen Reiterheros, jedoch kommen auch solche vor, gewidmet dem Apollo, dem Zeus, Hera, Athene u. a. Besonders populär waren die Heiligtümer nahe der Dörfer Kran,Vinarovo, Kirilovo, Malka Vereya, Chatalka und Karasura. Neben diesen Kulten wurde in der Stadt ebenso die römische Göttin Roma geehrt.
Zu derselben Zeit entwickelte sich eine Reihe von Künsten, darunter auch die Musik. Davon zeugen Vorbilder der Stein- und Bronzeplastik, der Juwelierkunst, der Töpferei und der Glasherstellung sowie eine prächtige Marmorstatue des legendären Orpheus.
Die Periode der späten Antike (ІV.-VІ. Jh.) war für die Region von Avgusta Trayana, bereits bekannt mit dem Namen Beroe, mit der Versetzung der Reichshauptstadt im Jahr ЗЗ0 von Rom nach Konstantinopel verbunden, mit der beschleunigten Christianisierung der örtlichen Bevölkerung, mit der Invasion von den Goten Ende des IV. Jhs, mit den verwüstenden Überfällen der Chunen Mitte des V. Jhs und mit der Invasion der Slawen, Awaren und Protobulgaren.
Diese Ereignisse führten zu einer großen Dynamik in der politischen Lage, welche durch sich abwechselnde Perioden von Aufschwung und Unterfall gekennzeichnet war.
Ab Ende des IV. Jhs. befanden sich die Gebiete von Thrakien im Grenzbereich des Oströmischen Reichs, bekannt als Byzanz.
Heutzutage verfügt das antike Forum über eine Tribüne für Zuschauer und das Forum wird als Bühne für eine Reihe von Oper-, Theater-, Ballet- und Festivalauftritten benutzt.
Besichtigungen sind nur mir Voranmeldung im Regionalen Historischen Museum in Stara Zagora möglich.

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