Antikes Militärlager Nove, Stadt Svishtov

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Drei Kilometer östlich von Svishtov entfernt, befinden sich die Überreste des römischen Legionslagers Nove. Das ist das besterforschte Militärlager in den Grenzgebieten des ehemaligen Römischen Reiches. Nove entstand am Ufer der Donau als Militärlager der VIII. Legion Augustus´ um 45 n. Chr. Das Lager bestand aus Wachtürmen und Festungsanlage, wo die Truppen untergebracht waren, die Kohorten und die Legionäre.
Nove war ein äußerst wichtiger Bestandteil der Verteidigungslinie des Römischen Reiches, denn die Legion, die hier stationiert war, verteidigte die eroberten thrakischen und makedonischen Gebiete vor einfallenden, aus dem Osten kommenden Stämmen.
Zu Beginn erstreckte sich das Lager auf 10 Hektar, allmählich jedoch erweiterte es sich auf 17 Hektar. Die Festung hatte eine rechteckige Form und an jeder Wand führte ein Tor hindurch. Hinter der Festungsmauer befand sich der Legionsstab, das Militärkrankenhaus, die Wohnungen der Offiziere, das Legionsbad, die Kasernen der Soldaten, die Wohnung des Legionsführers und die Baracken der Hilfstruppen. Die Zivilisten-Siedlung lag außerhalb der Festungsmauer.
Allmählich veränderte die antike Stadt ihr Antlitz. Es entstanden neue Gebäude, Kirchen und Werkstätten von Kunsthandwerkern. Im 5.-6. Jh. war Nove ebenfalls Sitz eines Bischofs.
Heute sieht man nur noch Reste der ehemaligen Gebäude und Befestigungsanlagen. Das Militärlager und die umliegenden Gebäude wurden am Computer rekonstruiert, die auf Informationstafeln aufgestellt, inmitten der Ruinen, zu sehen sind. Nove wurde zuletzt im frühen 7. Jh. erwähnt.
Das Hauptquartier der Legion befand sich im größten Gebäude, das in Nove entdeckt wurde. An diesem Ort wurden viele Statuen und Münzen gesichert, die im Besucherzentrum zu sehen sind, das direkt neben den Ausgrabungen steht.
Interessant sind die Überreste des Lazaretts (das Valetudinariums). Eine Informationstafel veranschaulicht wie das Gebäude, in dem bis zu 300 Legionäre behandelt wurden, ausgesehen hat. Im Hof des Krankenhauses stand auch eine kleine Wallfahrtskirche, die den Göttern der Gesundheit Asklepios und Hygieia gewidmet war.
Außerhalb der Festung, nahe dem westlichen Tor, wurden die Ruinen eines Gebäudes entdeckt, dessen Zweck rätselhaft ist. Lange Zeit wurde vermutet, es handelte sich um die Residenz des Legionskommandanten. Kürzlich entdeckte Inschriften weisen darauf hin, dass dies wahrscheinlich als Residenz für angesehene Personen diente, die sich vorübergehend in der Legion aufhielten.
Im 5.-6. Jh. verwandelte sich die alte Legionsfestung in eine frühbyzantinische Stadt. Aus dieser Zeit stammen die Überreste der Bischofsanlage: Eine kleine und größere Basilika, Unterkünfte mit beeindruckenden Badezimmern und ein imposant großes Gebäude, das für den Empfang der Pilger des örtlichen Märtyrers St. Lupus bestimmt war. Westlich vom Eingang der Basilika wurde eine architektonisch außergewöhnliche Baptiserie entdeckt – ein Anbau, der für die christliche Bekehrung genutzt wurde.
In Svishtov und Nove findet seit einigen Jahren das „Festival des Antiken Erbes“ statt, auf dem Gladiatorenkämpfe nachgeahmt werden, Auftritte der römischen Artillerie aufgeführt, bzw. Stücke von römischen und griechischen Autoren inszeniert werden. Traditionsgemäß nehmen viele ausländische Gruppen am Festival teil. Seit 1968 ist Nove zum Architekturdenkmal erklärt worden.
Im archäologischen Reservat befindet sich ein Besucherzentrum, das verschiedene Dienstleistungen anbietet, u.a. Führungen und Diskussionsrunden. Dieser Service wird auch von den Fremdenführern des Historischen Museums in Svishtov angeboten.

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