Kathedralkirche „Sveta Bogoroditsa“ – Stadt Pazardzhik

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Die Kirche „Sveta Bogoroditsa“ (Heilige Jungfrau Maria) ist das älteste christliche Gotteshaus in Pazardzhik und eines der Wahrzeichen der Stadt. Gemäß Ausgabe 98, Staatsanzeiger 1964, ist sie ein architektonisch-bauliches und künstlerisches Denkmal von nationaler Bedeutung. Im Laufe der Jahre wurde die Kirche von den Einheimischen fünfmal aufgebaut, wobei sie auf Anordnung der osmanischen Behörden stets halb im Erdboden versunken errichtet werden musste. Die ersten geschichtlichen Zeugnisse über die Kirche datieren aus dem XVII: Jahrhundert.  Im XVIII. Jahrhundert etabliert sie sich zu einem Zentrum des Schrifttums, wo Abschriften verschiedener liturgischer Bücher angefertigt werden.
1836-37 wird die Kirche in ihrer heutigen Form erbaut, wofür im Gegensatz zu den vorherigen Holzbauten Steine und Ziegel verwendet werden. 
Einer Legende nach untersagten die osmanischen Behörden den Bau einer hohen Kirche. Jedoch habe der Chefbaumeister die Stadtverwalter davon überzeugen können, dass er eine Kirche – nicht größer als ein Büffelfell – errichten werde. Der Baumeister hielt sich an sein Versprechen, in dem er ein Büffelfell in dünne Streifen zerriss, diese nebeneinander legte und so den Grundriss der neuen Kirche markierte. Der türkische Machthaber hielt sich an sein Versprechen und die Kirche wurde entsprechend der ausgelegten Markierung gebaut. Allerdings musste die Kirche tief ins Erdreich gebaut und mit hohen Mauern umgeben werden, damit sie von außen nicht sichtbar war.
Nach der Befreiung vom türkischen Joch (1878) erhielt die Kirche auch einen Glockenturm. Die Mauer um das Gotteshaus wurde 1904 abgerissen. 1914 wurde die Kirche „Sveta Bogoroditsa“ erneuert und von innen und außen ausgemalt.
Das Gotteshaus hat eine Fläche von 1.140 m2. Von außen ist sie bis zu 14,5 m hoch, von innen  bis zu 16 m. Zu beiden Seiten des Eingangsbereiches in den Hauptraum befinden sich linkerhand die Kapelle  „Heiliger Erzengel Michael“ sowie rechterhand die Kapelle „Heiliger Nikolai“. Über dem Eingangsbereich tritt die balkonartige Empore hervor (Frauenkirche).
Unter Pilgern und Touristen ist die Kirche vor allem durch ihre Ikonostase bekannt.
Die aus Wallnussholz geschnitzte Bilderwand wurde von Meistern aus der Debar-Schule gefertigt   Die Ikonostase ist 20,40m lang, 6m breit und hat eine Gesamtfläche von 120m2.
Die für die Debar-Schule typische Vorliebe für Menschen- und Tierfiguren wird auch in der Ikonostase sichtbar. Besondere Aufmerksamkeit schenkten die Meister den Menschenfiguren  –  diese sind in beiden Reihen Tafeln am unteren Ende der Bilderwand dargestellt. Abgebildet sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Unter den Tierfiguren sind Greife, Drachen, Wölfe u.a. zu erkennen. Darüber hinaus sind in der Ikonostase  Jesus Christus, Engel, Cherubim u.a. dargestellt.
In der Kirche „Sveta Bogoroditsa“ gibt es 221 Ikonen aus dem XVIII.-, XIX.- und XX. Jahrhundert. Seinen Festtag begeht das Gotteshaus am 15. August – „Entschlafung der Allerheiligsten Gottesmutter“.  Die Kirche ist im Verzeichnis der 100 nationalen Touristikobjekte erfasst. In der Kirche sind Informationsmaterialien und Bücher über die Geschichte der Kirche erhältlich.

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