Mittelalterliche Festung bei Mezek

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In der Umgebung des Dorfes Mezek (Gemeinde Svilengrad) erheben sich auf dem Kaleto-Hügel die Überreste einer mittelalterlichen byzantinischen Festung von Ende des XI. Jahrhunderts. Diese ist die besterhaltene Befestigungsanlage in den Rhodopen. In der Vergangenheit diente die Festung der Grenzwacht. Kontrolliert wurde das Territorium zwischen den Flüssen Maritsa und Arda. Die Festung liegt am Dorfrand von Mezek, 6km südwestlich von Svilengrad und nur einen Kilometer von der Grenze zu Griechenland entfernt.
Einige Historiker sind der Ansicht, dass es sich um die aus Schriftquellen bekannte Festung Neutzikon handelt, andere Wissenschaftler sind wiederum der Auffassung, dass hier die Festung Versinikia gestanden habe, bei welcher Khan Krum 1813 das byzantinische Heer schlug und Thrakien eroberte.
Bei einigen archäologischen Ausgrabungen wurden Gegenstände aus der Zeit vor dem XI. Jahrhundert freigelegt. Erbaut wurde die Festung während der Herrschaft des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos (1081-1117). Die Festungsmauern umschließen eine Fläche von ca. 0,7ha in Form eines ungleichmäßigen Vierecks mit den Maßen 110×60 m. Die auf der Außenseite mit drei durchgehenden Ziegelreihen verzierte Mauer wurde aus Felssteinen errichtet und mit weißem Mörtel verkittet. Den Abschluss der Festungsmauer bildeten Zinnen, die bis 1900 erhalten waren.
Die Festungswehr wurde durch neun über 10 m hohe Rundtürme verstärkt. Fünf der Türme befanden sich an der südlichen Festungsmauer (zwei Ecktürme und drei Fronttürme), zwei an der Westmauer (in der Mauermitte und am Haupteingang) und je eine an der Nord- und Ostseite. Die Festung funktionierte bis zum Einfall der Osmanen Ende des XIV. Jahrhunderts. Die Anlage, in der intensives Leben herrschte, war als solide militärische Befestigung gedacht. Entdeckt wurden diverse Getreidespeicher mit verkohltem Weizen, in denen die Lebensmittelvorräte aufbewahrt wurden. Zudem wurden zahlreiche eiserne Pfeilspitzen, Sporen und Hufeisen gefunden, die vom Alltag in der Garnison zeugen. Steinmühlen, Metallinstrumente und dergleichen erzählen wiederum von der Lebensweise der einfachen Bevölkerung.
Die Festung bei Mezek war bis eingangs des XX. Jahrhunderts sehr gut erhalten. Um 1900 nutzte man die Festungssteine für den Bau türkischer Kasernen in Svilengrad und zerstörte so einen Teil der Anlage. Am stärksten davon betroffen ist die nördliche Festungsmauer. Auf der Innenseite ist sie lediglich bis in Bodenhöhe erhalten. Die Süd-, West- und Ostmauern sind bis in Höhe der Plattform erhalten, auf der die Zinnen angebracht waren.
Die Festung ist ein dem Volke gehörendes altertümliches Architektur- und Baudenkmal aus der Antike und dem Mittelalter (Staatsanzeiger, Ausgabe 221/1927 und Ausgabe 67/1968).
In den Jahren 1963, 1973 und 2007 wurden an der Festung Restaurations- und Konservierungsarbeiten vorgenommen. Zudem wurde ein Informations- und Touristenzentrum eingerichtet, wo Informationen und Broschüren erhältlich sind.
Neben der Aussicht auf das Dorf und die Umgebung kann man bei klarem Wetter von den Türmen aus bis zum Ägäischen Meer sehen.
Das Dorf Mezek befindet sich 11 km südwestlich von Svilengrad. Sein Name wurde erstmals in den osmanischen Registern von 1582 erwähnt. Nach der Befreiung Bulgariens 1878 verblieb das Dorf Kraft des Berliner Vertrages in den Grenzen der Türkei. Mit dem Bukarester Vertrag von 1913 fiel das Dorf an Bulgarien zurück.
Der Wanderweg vom Dorf zum Sheynovets-Gipfel führt Natur- und Geschichtsliebhaber an den Ort, an dem 1912 der Balkankrieg ausbrach.
Im Dorf gibt es Übernachtungsmöglichkeiten und gastronomische Einrichtungen.

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