Pleven

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Die Stadt Pleven nimmt den mittleren Teil der hügeligen Donauebene ein, es befindet sich 160 km von der Hauptstadt Sofia, 320 km vom Schwarzen Meer und 30 km südlich der Donau. Erstklassige Straße Sofia-Varna (Е83) führt zur Stadt. Hier leben ca. 135 000 Einwohner. Pleven liegt in der Zone mit gemäßigt kontinentalem Klima mit großen Temperaturdifferenzen von – 15° C im Winter bis + 35 – 40° C im Sommer.
Die Stadt Pleven und die Region Pleven blicken auf eine tausendjährige Geschichte zurück. Die frühsten Zeugnisse des Menschenlebens in dieser Gegend datieren vom Ende des V. Jahrtausend vor Chr. Im 1. Jahrhundert n. Chr. werden diese Territorien dem Römischen Reich angegliedert. Auf dem Wege von der römischen Stadt Ulpia Eskus (Überreste davon sind nahe des Dorfes Gigen zu sehen) nach Philipopolis (das heutige Plovdiv) entsteht nahe des heutigen Pleven die römische Station Storgoziya, und später auch die Festung mit gleichem Namen.
Im Mittelalter entwickelte sich die Siedlung als eine starke Festung, hier blühten bulgarische Handwerke und vorwiegend der Handel mit Leder, Wolle, Tabak und Großvieh auf. Durch die Ansiedlung von Slawen und Bulgaren im VI.-VII. Jh. erhält die Siedlung den Namen Pleven.
Zu historischer Bedeutung kam die Stadt in erster Linie durch die aktive Teilnahme am Russisch-türkischen Krieg von 1877-1878. Fünf Monate lang stand die Stadt unter Belagerung, in der Umgebung tobten erbitterte Schlachten zwischen zwei kämpfenden Imperien – von Russland und der Türkei. Am 10. Dezember 1877 wird Pleven befreit und damit der Ausgang des Krieges bestimmt. Die Russische Armee zerschmetterte die Armee des Osman Pascha nahm sie gefangen. Dieser Tag wurde zum Feiertag von Pleven erklärt.
Zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört das Historische Museum, das Panorama „ Epopöe von Pleven”, das Museum des Weines im Park Kaylaka und die Überreste der Festung Storgoziya.
Das Historische Museum ist in einem durch seine Größe beeindruckenden zweistöckigen Gebäude mit künstlerisch-architektonischem Wert untergebracht; es wurde 1884-1888 nach italienischem Projekt als eine Kaserne erbaut. Im Museum gibt es 24 Ausstellungsräume, die eine Fläche von 7000 m2 im Gebäude einnehmen, darüber hinaus verfügt das Museum über eine Freilichtexposition, die sich im Park auf einer Fläche von 3,7 h ausdehnt.
Die Ausstellung Archäologie beinhaltet Exponate aus prähistorischer, Römischer Zeit und dem Bulgarischen Mittelalter. Beachtenswert ist die Sammlung von fein ausgearbeiteten Feuersteinwerkzeugen (50- 45 000 Jahre v. Chr.), eine aus Originalteilen nachgebildete Wohnung aus dem V. Jahrtausend vor Chr., Kopie des Goldschatzes von Valtchitran.
Die Abteilung „Volkskunde“ macht die Besucher mit der materiellen und geistigen Kultur von Pleven und umgebenden Orten bekannt; hier kann über traditionelle Wohnungen, Erwerbstätigkeiten, Festtrachten und Schmuck aus dem XIX. und XX. Jh.- erfahren.
Im Museum gibt es Säle, die der bulgarischen Wiedergeburtszeit gewidmet sind. In Pleven wurde 1841 die erste Mädchenschule in Bulgarien gegründet, und 1869 gründete Vasil Levski das erste Revolutionskomitee Die Abteilung „Wiedergeburt” bewahrt wertvolle Dokumente und Gegenstände aus der Epoche der Bulgarischen Wiedergeburt und die Abteilung „Neuste Geschichte” verfolgt die Entwicklung von Industrie und Kultur in Pleven nach der Befreiung im Jahre 1878.
Das regionale historische Museum in Pleven beinhaltet eine Exposition, die der Natur gewidmet ist. Sie umfasst zahlreiche Exponate, die hiesige Natur vertreten, darunter auch versteinertes Hüftbein von Archidiskodon– dem prähistorischen Tier aus der Elefanten Gattung, das diese Territorien in der Pliozän Zeit vor 3,5 – 4 Mio. Jahren bewohnt hat.
Einer der attraktivsten Räume im Museum ist der Opernsängerin Gena Dimitrova (1941 – 2005) gewidmet, die im Plevener Dorf Beglizh geboren ist. Hier sind verschiedene persönliche Sachen der Primasängerin ausgestellt, die ihre Familie als Gabe für das Museum überreichte, sowie auch Originale und Nachbildungen ihrer Bühnenkostüme, in denen sie auf Weltbühnen auftrat.
Das Panorama “Plevener Epopöe 1877” ist ein einmaliges nach seiner Art Denkmal auf der Balkanhalbinsel. Es wurde im Jahre 1977 anlässlich des 100. Jahrestages der Befreiung von Pleven von der türkischen Herrschaft eingeweiht.
Das Denkmal erhebt sich auf dem Schlachtfeld im Skobelev Park im südwestlichen Vorort der Stadt.
Das Museum des Weines hat kein Analog im Lande. Dessen Einzigartigkeit ist sowohl durch die Exposition selbst und die Dienstleitungen, die hier angeboten werden (Weinverkostung), sondern auch durch die Tatsache bedingt, dass es in einer Höhle im Kaylaka-Park untergebracht ist. Die Museumsenothek beherbergt Weine im Alter zwischen 30 und 90 Jahre. Die Kollektion zählt auch 6 tausend Flaschen Wein aus der Gegenwart, die aus allen Weinsorten und aus allen Gegenden des Landes stammen.
Sehenswert sind in der Stadt Pleven noch der Widergeburtskomplex, in dem man alte Gebäude mit einmaliger Bauweise besichtigen kann, das Mausoleum-Kappele Hl. Georg der Sieger, eines der Wahrzeichen der Stadt, das Haus-Museum „Zar der Befreier”, wo 1877 der russischer Zar Alexander der II. empfangen worden war usw.
Der Park Kaylaka ist ein beliebter Ort zur Erholung für die Einwohner der Stadt und ihre Gäste. Er befindet sich nur 6 km südlich von Pleven. Der Park bietet wunderbare Bedingungen für Spaziergänge, Entspannung und Unterhaltung. Steile Felsen über 20 Meter hoch, sind zum Klettern geeignet. Die Gegend beherbergt reichhaltige Flora und Fauna. Hier befinden sich auch Ruinen der römischen Station “Storgoziya”. Im Park gibt es Schwimmbäder, einen Spielplatz für Kinder, Tennisspielplätze, einen See mit Boot- und Wasserradausleih, eingerichtete Ruhestätten und Gaststätten.
Die Naturliebhaber können das Naturschutzgebiet in der Ortschaft „Chernelka“ besuchen, das sich ca. 12 km von Pleven, zwischen den Dörfern Kartozhabene und Gortalovo befindet. 7 km entlang des Flusses bildete sich ein wunderschönes 60 bis 200 m breites Defilee mit einem 10 bis 30 hohen Felsenkranz. In der Gegend ist ein Ökopfad angelegt – 18 Brücken sind errichtet und man kann problemlos den Fluss überqueren.
In der Stadt und im Vorort gibt es mehrere Hotels und Gasthäuser, wo man Unterkunft finden kann. Viele Restaurants führen ein reichhaltiges bulgarisches Menü im Angebot.

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