Regionales Historisches Museum, Stadt Stara Zagora

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Das Regional-Historische Museum in Stara Zagora befindet sich im Stadtzentrum. In seinem Bestand sind Tausende von wichtigen Exponaten sicher gestellt. Die Museumsvitrinen folgen den historischen Epochen. Die Region um Stara Zagora ist seit dem Altertum bevölkert gewesen. Beweise dafür sind im ersten Ausstellungsraum zu sehen. Die frühesten Lebensspuren zeugen aus der Jungsteinzeit, 6 000 v. Chr. Eine spezielle Karte zeigt den Standort von über 120 prähistorischen Grabhügeln, die bisher gefunden worden sind, und sich im Umland befinden; fünf der Grabhügel liegen innerhalb der heutigen Stadtgrenzen. Ausgestellt sind Harken aus Horn, Knochen, Feuerstein sowie Keramikgegenstände mit beeindruckenden Formen und Ornamenten.
Die römische Zeit innerhalb der historischen Entwicklung der Region um Stara Zagora beginnt mit dessen Eroberung im Jahre 46 n. Chr. Nach seinem Sieg gegen die Daker im Jahre 107 n. Chr., durchquert Kaiser Trajan die Region und beschließt, eine Stadt nach römischem Modell zu errichten, die er Augusta Traiana nennt. Die Stadt funktionierte weitestgehend autonom. Sie verfügte über ihre eigenen Stadtverwaltung und Volksversammlung. Aus dieser Zeit bewahrt das Museum beeindruckende Exponate auf, die bei Ausgrabungen gefunden wurden: Glas, Bronzelampen, Statuen, Schmuck und Münzen.
Beim Bau des neuen Museumsgebäudes stießen die Bauarbeiter auf eine interessante Entdeckung – unmittelbar an den Fundamenten spürten sie einen Teil der Hauptstraße der römischen Stadt auf – die „Cardo Maximus“, die das Süd- mit dem Nord-Tor der Stadt verband. Der ausgegrabene Teil befindet sich nur 30 m vom Süd-Tor entfernt, eingebettet in die Festungsmauer, die Augusta Traiana umgab. Von Fachleuten restauriert und konserviert, kann sie heute im Erdgeschoss des Museums besichtigt werden, exponiert „in situ“ – dort wo sie ursprünglich entdeckt wurde. Die Straße ist 6 m breit und erreicht mit einschließlich den gepflasterten Bürgersteigen eine Breite von 11 m. Die zur Schau gestellte Allee ist wie aus der Vergangenheit mit Säulen, Statuen und Steinreliefs verziert und ein Wandgemälde soll die heute fehlende Verlängerung bis zum Süd-Tor wiedergeben.
Die anderen Ausstellungsräume dokumentieren die Geschichte der Stadt und deren Schicksal von der Spätantike, über das Mittelalter und die Nationale Wiedergeburt hinaus, bis hin zum großen Brand im Jahre 1877, in dem die Stadt fast vollständig vernichtet wurde. Im Sommer 1877 fand in der Nähe von Stara Zagora eine der größten Schlachten des Russisch-Türkischen Krieges (1877 – 1878) statt. Trotz der Courage und des Heldentums der russischen Soldaten und der bulgarischen Freiwilligen, eroberte die osmanische Armee unter Führung von Süleiman Pascha die Stadt und brannte sie nieder. Nach der Befreiung am 5. Oktober 1879 wurde der erste Grundstein für den Wiederaufbau der Stadt gelegt. Dieses Datum wurde zum offiziellen Feiertag erklärt, als Symbol der Wiedergeburt der Stadt aus ihrer Asche.
Im Museum werden Informationsmaterial und Souvenirs verkauft.

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