Rotunde „Heiliger Georg“ – Sofia

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Das in Sofia älteste und besterhaltene Architekturdenkmal aus römischer Zeit ist die Kirche „Heiliger Georg“, genannt die Rotunde.
Das Gebäude entstand im 4. Jahrhundert während der Herrschaft des römischen Kaisers Konstantin des Großen (306-337), als Serdika, wie die Stadt Sofia damals hieß, eine Blüte erlebte. Man geht davon aus, dass die Georgs-Rotunde das heute älteste Gebäude in Sofia ist.
Die Kirche steht im Innenhof des Präsidentengebäudes, wenige Meter entfernt von den Überresten der antiken Festungsanlagen der Stadt.
Vom einstigen römischen Bauwerk ist nur der innerste zentrale runde Raum vollständig erhalten, der so dem Bauwerk in neuerer Zeit seinen Namen gegeben hat. Die Rotunde selbst hat einen Durchmesser von 9,50 Meter und eine Höhe von 15 Metern. Der Altarraum hat einen quadratischen Grundriss, während sich in den Diagonalen halbrunde Nischen befinden. Gegenüber dem Altarraum öffnet sich nach Westen der Haupteingang.
Nach seiner Errichtung wurde das Gebäude anfänglich nicht als Kirche benutzt, war aber zweifellos ein öffentliches Bauwerk. Erst nach der Anerkennung der christlichen Religion im Römischen Reich wurde es in ein Baptisterium – eine Taufkirche verwandelt, zumal in jener Zeit ein enormer Bedarf an solchen Einrichtungen aufgekommen war.
Während der Herrschaft des Kaisers Justinian (527-565) wurde aus dem Baptisterium eine Gemeindekirche. In dieser Zeit wurde sie zum ersten mal mit Fresken geschmückt. Es wird angenommen, dass sie seitdem auf den Namen des heiligen Georg geweiht ist, der im 3. Jahrhundert wegen seines christlichen Glaubens unter der Herrschaft Diokletians (284-305) den Märtyrertod gestorben ist.
Während der osmanischen Herrschaft wurde die Georgs-Rotunde Anfang des 16. Jahrhunderts unter Sultan Selim I. (1512-1520) in eine Moschee verwandelt, die den türkischen Namen „Gül-Camii“ erhielt. Die christlichen Wandmalereien verschwanden unter einer dicken Putzschicht, auf die florale Motiv gemalt wurden.
Nach der Befreiung Bulgariens 1878 verwahrloste das Gebäude bis es 1893 nach dem Tod des ersten Landesfürsten Alexander von Battenberg (1879-1886) zeitweilig in sein Mausoleum verwandelt wurde.
1915 begann die Restaurierung der Georgs-Rotunde. Heute ist das Gebäude wieder eine tätige Kirche, in der täglich Gottesdienste auf Kirchenslawisch zelebriert werden. Es erklingen die archaischen orthodoxen Kirchengesänge, die als „byzantinische Musik“ bezeichnet werden.

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