Atanasov-See – Naturreservat

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Das Reservat „Atanasov-See” liegt nordöstlich von Burgas, in Richtung der Stadt Varna. 1970 wurden 170 ha des nördlichen Teils des Sees zum Naturschutzgebiet erklärt,  im Jahr 1980 zum Naturreservat. Am 28. November 1980 wurde das Reservat „Atanasov-See“ als Ramsar-Gebiet (Internationales Übereinkommen über den Schutz von  Feuchtgebieten) gelistet.
Die Straße von Burgas nach Varna zweiteilt das Gewässer in den nördlichen und den südlichen See, deren durchschnittliche Tiefe 30 cm beträgt.
Seit der Vergangenheit ist der See als Ort zur Salzgewinnung bekannt. Die Salinen existieren seit 1906, als der Atanasovo-See für 30 Jahre lang zum Bau von Salinen in Konzession gegeben wurde. Ihr Bau wurde während des Ersten Weltkriegs eingestellt. Der See wurde 1921 wieder in Konzession an eine deutsche Firma gegeben, welche die Fläche der Salinen erweiterte, und im Jahr 1934 war die erste Produktion bereits vorhanden. Die Salinen wurden bis 1973 genutzt. Heutzutage sind ebenfalls Verdampfer der Schwarzmeersalinen auf dem Gebiet des Atanasovo-Sees eingerichtet, welche der Salzgewinnung dienen. Die Salzgewinnung wird auf eine primitive Art und Weise ausgeführt, die sich auf die Reservatsbewohner nicht negativ auswirkt.
Der See ist ebenfalls als Lebensraum von unter Schutz stehenden Arten bekannt. Auf seinem Gebiet sind 316 Vogelarten von 400 Arten festgestellt, die in ganz Bulgarien vorkommen. Davon sind 14 Arten weltweit bedroht: der Krauskopfpelikan (Pelecanus crispus), die Zwergscharbe (Phalacrocorax pygmeus), die Rothalsgans (Branta ruficollis), die Zwerggans (Anser erythropus), der Dünnschnabel-Brachvogel (Numenius tenuirostris), der Wachtelkönig (Crex crex), die Moorente (Aythya nyroca). Von den 316 Vogelarten stehen 83 im Roten Buch Bulgariens, und 170 Arten haben eine europäische Naturschutzbedeutung.
Der Atanasovo-See friert im Winter nicht ein, was ihn zu einem Zentrum für die überwinternden Wasservögel macht. Der See befindet sich auf dem Weg der Zugvögel Via Pontica. Zusammen mit den weiteren Seen in der Region von Burgas ist er einer der Orte zwischen dem Delta der Donau und des Bosporus, der ihn zu den geeignetesten für die Überwinterung von den Pelikanen und den Störchen gehört.
Im Sommer füllt sich der See mit Stelzenläufern (Himantopus himantopus), Säbelschnäblern (Recurvirostra avosetta) und anderen Vogelarten. Am zahlreichsten sind die Kolonien der Säbelschnäbler, der Stelzenläufer, der Zwergsee- und Brandseeschwalben. Die Rotflügel-Brachschwalbe ist das Symbol des Reservats. Das ist der einzige Ort, wo sich die Brandseeschwalbe (Sterna sandvicensis), die Schwarzkopfmöwe (Larus melanocephalus) und die Lachsseeschwalbe (Gelochelidon nilotica) vermehren.
Es sind mehr als 250 von Höheren Pflanzenarten festgestellt. Viele Reviere sind in einem verschiedenen Ausmaß mit dem europäischen Queller (Salicornia europaea) bewachsen, es kommen ebenso der schmal- und breitblättrige Rohrkolben (Typha angustifolia, Typha latifolia) u. a. vor.
Neben der Sumpfschwertlilie (Iris pseudocorus), dem Strandflieder (Limonium gmelinii), den Merendera Wurzelsprossen (Merendera sobolifera) kommen hier unzählige Orchideen vor. Ihr interessantester Vertreter ist die Vogelnestorchidee. Es handelt sich um eine allzu farblose Orchidee, und ihre Wurzeln sind so miteinander verflochten, dass sie einem Vogelnest ähneln, woher ihr Name kommt. Alle wild wachsenden Orchideen in Bulgarien sind unter Schutz stehende Arten.
Im Reservat kommen 17 Fischarten vor, von denen der größere Teil ins Rote Buch Bulgariens aufgenommen worden ist (Das Rote Buch Bulgariens stellt eine Liste von bedrohten, aussterbenden und ausgestorbenen biologischen Arten dar, welche das Gebiet von Bulgarien bewohnen). Es kommen 12 Arten von Nagetieren, 5 Arten von Insektenfressenden und 6 Arten Fledermäuse vor.
In der nördlichen Umgebung von Burgas, an der Ausfahrt in Richtung Varna, im südlichen Teil des Sees ist ein Unterstand für Vogelbeobachtung eingerichtet. Er ist mit einem Auto, mit dem öffentlichen Verkehr, mit Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen. Der Unterstand verfügt über speziell eingerichtete Fenster, so dass die Vögel nicht gestört werden. Der Unterstand verfügt über geeignetes optisches Zubehör für Beobachtung und Erkunden des Lebens im Reservat.
Der Seezugang ist ausschließlich auf den ausgeschilderten Marschrouten gestattet.

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