Feuertänze

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Die Tradition des Feuertanzes (Nestinarstvo) ist einer der ältesten bulgarischen Bräuche, der in der Vergangenheit auch im ägäischen Thrakien praktiziert wurde. Heute ist der Brauch nur noch in einigen Dörfern im Strandzha-Gebirge erhalten – Balgari, Kosti, Brodilovo. Im Jahr 2009 wurde der Brauch des Feuertanzens in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Einigen Forschern nach seien die Wurzeln des Rituals in der heidnischen Vergangenheit dieser Gebiete zu suchen und entstammten dem Sonnen-Kult der Thraker.
Der Tanz mit nackten Füßen auf glühenden Kohlen ist ein einzigartiger Brauch, der von bestimmten Gemeinschaften gepflegt wird, die sich den Schutzheiligen Konstantin und Elena verschrieben haben. Obwohl diese Tradition mit ganzjährigen Ritualpraktiken verbunden ist, erfährt sich am 3. Juni (nach altem Kalender) – dem Festtag der beiden Heiligen – ihren Höhepunkt.
Der 3. Juni beginnt mit dem „Anziehen“ der Nestinari-Ikonen – die Ikonen werden in purpurroten Stoff gehüllt, der mit alten Silbermünzen umsäumt und mit Blumen verziert ist. In einem Umzug, dem sich das gesamte Dorf anschließt, werden die Ikonen zur Heilquelle (Ayazmo) des Heiligen Konstantin gebracht, wo man den Ikonenrand einer rituellen Waschung unterzieht.
Die Vorbereitung der Nestinari-Glut beginnt am Vormittag. Diese muss unbedingt in einem ebenmäßigen Kreis aufgeschüttet werden, um den sich später die Menschen versammeln, um dem Feuertanz beizuwohnen. Gegen Abend machen sich die Feuertänzer gemeinsam mit dem Kirchenvorsteher (Epitrop) zur Kapelle der Heiligen Konstantin und Elena auf, um dort Weihrauch einzuatmen und vor den Ikonen zu beten. Später, wenn die Dunkelheit hereingebrochen ist, versammelt sich das gesamte Dorf vor der Kapelle, einschließlich der Musikanten – ein Dudelsackspieler und ein Trommler, die drei spezielle Melodien spielen – die erste auf dem Weg von der Kapelle zum glühenden Kohlenbett, die zweite während des eigentlichen Feuerlaufes und am Schluss den s.g. Kostadin-Reigen (Kostadinsko Horo). Mit dem Eintreffen des rituellen Umzuges am Tanzplatz beginnt der Höhepunkt des Festes. Die in Trance versetzten Feuerläufer (Nestinari) betreten unter lauten Zurufen das glühende Kohlenbett. Der erste Nestinar deutet mit seinem Lauf ein Kreuz in die Glut, nach ihm betreten die anderen Feuerläufer die glutrote Fläche. Besonders charakteristisch sind die kleinen, gleichmäßigen Schritte, mit denen die Nestinari die glühenden Kohlen überqueren, ohne sich dabei die Füße zu verbrennen. Nach dem Feuertanz fassen sich die Menschen an den Händen und tanzen den Kostadin-Reigen, auf dass sie gesund bleiben.
Heute wird der Brauch vor allem im Strandzha-Dorf Bulgari gepflegt, wo sich alljährlich am Abend des 3. Juni zahlreiches Publikum aus allen Teilen der Welt einfindet, um dem Feuertanz beizuwohnen. Häufig werden in den Strandzha-Dörfern und an der Schwarzmeerküste auch an anderen Tagen Feuertänze veranstaltet.

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