Kardzhali

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Die Stadt Kardzhali liegt in den Ostrhodopen, beiderseits des Flusses Arda. Die Stadt liegt 259 Kilometer von Sofia entfernt, bis Plovdiv sind es 90 Kilometer, bis Haskovo 50 Kilometer und bis zur antiken Stadt Perperikon 15 Kilometer. In Kardzhali leben 76000 Menschen. Das Klima weist starke Einflüsse des Mittelmeeres auf; die durchschnittliche Lufttemperatur im Winter beträgt 0°C und die im Sommer +24°C. Es gibt viele Legenden über Kırca Ali, einem gewöhnlichen Mann, Feldherrn und Heiligen, dessen Name die Stadt trägt. Eine Legende berichtet, dass als die Osmanen unter dem Sultan Murad I (1360-1389) die Rhodopen einnahmen, ein Feldherr namens Kırca Ali bei den Kämpfen gefallen ist. Die an dieser Stelle gegründete Sieglung habe zu seinem Angedenken seinen Namen erhalten.
Eine der Sehenswürdigkeiten von Kardzhali ist das Regionale Geschichtsmuseum. Es ist in einem schönen Gebäude untergebracht, das in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden ist. Die auf einer Fläche von 1300 Quadratmetern, verteilt auf drei Etagen, gezeigten Ausstellungsstücke wurden in nahezu einem halben Jahrhundert zusammengetragen. Das Museum selbst liegt in einem schönen Park, in dem rund 30 verschiedene Baum- und Straucharten wachen, die einzig für Bulgarien typisch sind.
In Kardzhali befindet sich eines der bedeutendsten mittelalterlichen Kulturdenkmäler – die Johanneskirche im Stadtviertel „Veselchane“. Das Gebäude wurde im Jahre 2000 restauriert. Einst war die Kirche Teil eines mittelalterlichen Klosters aus dem 11. bis 14. Jahrhundert, das als befestigte Anlage auch Bischofssitz gewesen ist. Derzeit ist die Anlage für Besucher gesperrt.
Eine andere Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Kunstgalerie, die im einstigen Gebäude der türkischen Verwaltung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts untergebracht ist. Das Bauwerk steht heute unter Denkmalschutz. Zur einzigartigen Sammlung gehören alte Ikonen aus den Rhodopen und Thrakien, wie auch Werke von drei Generationen bildender bulgarischer Künstler.
Im Stadtviertel „Gledka“ befindet sich ein anderer Klosterkomplex – „Entschlagung der heiligen Gottesmutter“. Interessant ist die Tatsache, dass in der Klosterkirche Bruchstücke des Wahren Kreuzes Christi aufbewahrt werden, die bei Ausgrabungsarbeiten in Perperikon 2002 ans Tageslicht gekommen sind. Man fand sie in einem kleinen Reliquienschrein, der die Jahrhunderte ungeschadet überdauert hat.
15 Kilometer von Kardzhali entfernt befindet sich die Felsenstadt Perperikon. Sie stellt eines der ältesten monumentalen Megalith-Denkmäler dar, die vollständig in das Felsgestein gearbeitet sind. Diese einstige heilige Stätte ist in archäologischer, geschichtlicher und multireligiöser Sicht als eines der Wunder Bulgariens und der Welt zu betrachten. Die Anlage liegt zudem in einer herrlichen Landschaft und ist in den letzten Jahren zu einem der besuchtesten Tourismusobjekte Bulgariens geworden.
Elf Kilometer östlich der Stadt Kardzhali befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Dorf „Shiroko Pole“ die Burg „Monyak“. Sie stammt aus dem 12./13. Jahrhundert und ist eine der höchstgelegenen und größten mittelalterlichen Festungsanlagen in den Rhodopen. Die Wehrmauern schließen eine Fläche von mehr als 5 Hektar ein.
In der Nähe des Dorfes „Dazhdovnitsar“, zehn Kilometer nordwestlich von Kardzhali, liegt eine weitere interessante Sehenswürdigkeit – die Felsnischen. Sie wurden in der Zeit von 1200 bis 550 vor Christus von Menschenhand geschaffen. Sie sind trapezförmig mit einer Höhe von 70 bis 90 Zentimetern und einer Breite und Tiefe von 30 bis 50 Zentimetern. Über ihre Bestimmung sind sich die Wissenschaftler nicht einig. Einige sind der Ansicht, dass sie einst für die Aufnahme von Urnen mit der Asche gewöhnlicher Menschen dienten, während sich die Aristokratie in Felsgräbern beisetzen ließ, auf die man ebenfalls in den Rhodopen stößt. Andere wiederum sehen in den Nischen Orte für die Verehrung verschiedener Gottheiten, wobei sich Götterbildnisse in den Nischen befunden haben sollen, die man mit speziellen Türen verschlossen habe. Dritte sind der Ansicht, dass diese Nischen von angehenden jungen Männern an schwer zugänglichen Felsen eingemeißelt wurden, als Zeichen ihres Eintretens in das Mannesalter. Diese Sitte sei Teil der orphischen Kulte gewesen.
Rund 17 Kilometer von Kardzhali entfernt befindet sich die Höhle namens „Utroba“ (auf Deutsch „Mutterleib“). Ihr Name rührt von ihrer Gestalt her, die an ein weibliches Geschlechtsorgan erinnert. Von den Innenwänden fließt ständig Wasser herab und am Ende der Höhle befindet sich ein Altar. In der Nähe wurden in das Gestein gehauene Becken zur rituellen Weinherstellung entdeckt. Der dort hergestellte Wein wurde bei religiösen Kulthandlungen in der Höhle benutzt. Den Wissenschaftern zufolge stammt auch dieser Komplex aus der Thrakerzeit.
Die vielen Sehenswürdigkeiten in und um Kardzhali ziehen das ganze Jahr über Tausende Touristen an. Es gibt reichlich Unterbringungsmöglichkeiten, wie auch eine Vielzahl an gastronomischen Einrichtungen. Unweit von Kardzhali liegen zwei große Stauseen: „Studen Kladenets“ (auf Deutsch „kühler Brunnen“) und „Kardzhali“. Sie sind ein beliebter Ort für Angler, die aus dem ganzen Land hierher kommen.

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