Mittelalterliche Festungsstadt Cherven

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Die mittelalterliche Festungsstadt Cherven liegt rund 30 km südlich der Stadt Russe, im Grenzbereich des Naturparks Russenski Lom.
Die Stadt erbte eine byzantinische Festung aus dem 6. Jh. und erreichte ihre Blütezeit im 14. Jh. Die mittelalterliche Siedlung bestand aus einer inneren Stadtzitadelle, die auf einem hohen Felsenplateau, und einer äußeren Stadt, die am Fuße des Felsens lag.
Cherven galt als eines der größten militärisch-administrativen, wirtschaftlichen und kultur-religiösen Zentren des Zweiten Bulgarischen Reiches (12.-14. Jh.) und bildete einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt von der Donau zum Landesinneren.
Im Jahre 1235 wurde die Stadt zum Sitz des Bistums von Cherven und in ihrer Umgebung wurden einige Felsenklöster gegründet. Im Jahre 1388 wurde die Stadt von den Türken erobert und zerstört. In der ersten Zeit der osmanischen Herrschaft behielt sie ihre administrative Funktion, zerfiel jedoch allmählich. Im 17. Jh. erlebte die Stadt eine neue Periode des wirtschaftlichen Aufschwungs. Bei archäologischen Untersuchungen in der Region fand man ein Schloss, Burgmauern, zwei unterirdische Wasserführungen, 13 Kirchen, öffentliche Verwaltungsgebäude und zahlreiche Wohnungen. Es wurden viele weitere interessante und wichtige Funde gemacht: Wertvolle Münzsammlungen, Ornamente, Denkmäler, Keramik, Alltagsgegenstände, Werkzeuge, Waffen, u.a. kamen ans Tageslicht.
Die gesamte Stätte kann nur zur Fuß oder mit dem Auto besichtigt werden. Das Begehen der mittelalterlichen Ruinen kann mit der Erkundung des Naturparks verbunden werden. Viele der natürlichen Sehenswürdigkeiten erreicht man über ökologische Wanderwege. In der Nähe liegt auch die beeindruckende Höhle Orlova Chuka. Nicht weit entfernt befinden sich zwei weitere interessante Objekte: Die Felskirchen von Ivanovo, die in der Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen wurden, und das Basarbovski-Kloster – das einzig funktionierende Höhlenkloster Bulgariens.
Die mittelalterliche Stadt Cherven wurde zum archäologischen Reservat durch eine Entscheidung des Ministerrats im Jahre 1997 erklärt.

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