Naturpark „Vitosha“ und Vitosha-Gebirge

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„Vitosha“ ist der erste Naturpark Bulgariens und der Balkanhalbinsel überhaupt. Am 27.10.1934 wurde ein Gebiet im Vitosha-Gebirge zum Nationalpark erklärt. Im Jahre 2000 erfolgte eine Umstufung in „Naturpark“. Heute umfasst der Naturpark „Vitosha“ 27.079 Hektar. Zu ihm gehören zwei Naturschutzgebiete (Biosphärenreservat „Bistrishko Branishte“ und das Reservat „Torfeno Branishte“), wie auch eine Natursehenswürdigkeit (die Duhla-Höhle).
Das Reservat „Bistrishko Branishte“ liegt an den Nordwesthängen des Vitosha unterhalb der Gipfel „Golyam Rezen“ (2277 Meter) und „Skoparnik“ (2226 Meter). Dieses Naturschutzgebiet wurde zum Erhalt eines Teils des Nadelwaldes und der darüber gelegenen Gebirgswiesen geschaffen. Die Grenzen dieses Reservats wurden in den Jahren mehrmals geändert. Derzeit umfasst es eine Fläche von 1061,6 Hektar. 1977 wurde das Naturschutzgebiet „Bistrishko Branishte“ von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.
Das Naturschutzgebiet „Torfeno Branishte“ wurde zum Erhalt von 144,1 Hektar Torflandschaft mit ihrer üppigen Sumpfflora geschaffen. Das Reservat selbst liegt in den höheren Teilen des Vitosha-Gebirges.
Die längste Höhle Bulgariens ist die Duhla-Höhle, unweit des Dorfes Bosnek am linken Ufer des Struma-Flusses. Die Höhlenkorridore sind mehr als 18 Kilometer lang, von denen etwa 15 Kilometer erforscht sind.
Auf dem Territorium des Vitosha-Naturparks liegen die Klöster von Dragalevtsi „Heilige Muttergottes aus dem Vitosha“ aus dem 16. Jahrhundert und „Wundertäter heiliger Nikolaus aus Myra“ aus dem 19. Jahrhundert, errichtet auf Grundmauern aus älterer Zeit. Die Kirche von Boyana „Heilige Nikolaus und Pantelejmon“ aus dem 10. Jahrhundert liegt an der Grenze zum Naturpark und ist in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes enthalten.
Die Flora des Naturparks „Vitosha“ ist überaus reich und vielfältig. Registriert wurden rund 500 Arten Süßwassertang, 805 Pilzarten, mehr als 360 Arten Moose und Flechten und 1489 Arten höherer Pflanzen.
Die Tierwelt ist nicht minder reich und vielfältig – besonders erwähnenswert sind die wirbellosen Tiere. Im Vitosha leben 148 endemische Arten Bulgariens und der Balkanhalbinsel, 300 seltne Arten und 85 Arten wirbelloser Relikte aus vergangener Zeit.
In den Wassern der oberen und mittleren Läufe der Flüsse lebt vor allem die Balkan- oder Bachforelle (Salmo trutta fario). Im Naturpark konnten 22 Arten Lurche und Kriechtiere ausgemacht werden.
In den verschiedenen Jahreszeiten können im Vitosha an die 200 Vogelarten beobachtet werden; davon nisten hier rund 120 Arten. Einer der charakteristischsten Bewohner der Fichtenwälder ist der Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes). Angetroffen werden aber auch das Wintergoldhähnchen (Regulus regulus), die Tannenmeise (Parus ater), der Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra), der Erlenzeisig (Carduelis spinus), der Turmfalke (Falco tinnunculus), der Mäusebussard (Buteo buteo), der Adlerbussard (Buteo rufinus), der Waldkauz (Strix aluco), die Waldohreule (Asio otus), der Steinkauz (Athene noctua), der Rufaußkauz (Aegolius funereus) und andere.
Unter den kleinen Säugetieren sind folgende am verbreitetsten: Wasserspitzmaus (Neomys fodiens), Sumpfspitzmaus (Neomys anomalus), Feldspitzmaus (Crocidura leucodon), Haselmaus (Muscardinus avellanarius), Baumschläfer (Dryomys nitedula) und andere.
Bisher wurden im Vitosha 13 Fledermausarten registriert, die vor allem in den Höhlen der Karstregion des nahegelegenen Dorfes Bosnek leben. Alle Fledermausarten stehen unter Naturschutz (Gesetz zum Schutz der biologischen Artenvielfalt).
Unter den größeren Säugetieren sind in den entlegenen Teilen des Gebirges Rothirsche (Cervus elaphus), Rehe (Capreolus capreolus), Wildschweine (Sus scrofa), Braunbären (Ursus arctos) und Wölfe (Canis lupus) anzutreffen.
Eine charakteristische Sehenswürdigkeit des Vitosha-Gebirges sind die sogenannten Steinflüsse (Moränen) und Geröllhänge. Besonders beeindruckend sind die Moränen in der Gegend „Zlatnite Mostove“ (zu Deutsch „Goldene Brücken“) in einer Höhe von 1390 Meter über dem Meeresspiegel. Durch das Vitosha-Gebirge führen etliche Wanderwege: zum Gipfel „Kopitoto“ (zu Deutsch „Der Huf“), zu den Berghütten „Momina Skala“ (zu Deutsch „Jungfrauenfelsen“) und „Septemvri“ (zu Deutsch „September“). Als einer der häufigsten Ausgangspunkte für eine Wandertour zum Gipfel „Cherni Vrah“ (zu Deutsch „Schwarzer Gipfel“) dient die Gegend „Zlatnite Mostove“. Zehn der Vitosha-Gipfel liegen über 2000 Meter Höhe. Der höchste ist der „Cherni Vrah“ mit 2290 Metern. Er liegt in der Mitte des Gebirges.
Im Vitosha-Gebirge entspringt der Struma-Fluss, der längste Südwestbulgariens.
Der Hausberg der Sofioter ist für viele von ihnen ein beliebtes Ausflugsziel. In den Gegenden „Balabanovets“ und „Kiselishte“ befindet sich das 1952 geschaffene Dendrarium (Baumgarten). Es liegt im Mittel 1175 Meter über dem Meeresspiegel und nimmt eine Fläche von 1400 Hektar ein. In dieser botanischen Anlage gedeihen mehr als 350 einheimische und fremde Baum- und Straucharten. Mit seinen Wanderwegen, Parklauben, Trinkbrunnen, Bänken, Tischen und Liegen und den zwei Seen sind gute Erholungsmöglichkeiten gegeben. Im Dendrarium wurde im Jahr 2000 ein 610 Meter langer botanischer Wanderweg für sehbehinderte Menschen eingerichtet. Vorgestellt werden 26 Pflanzenarten, wobei Tafeln in Blindenschrift jeweils eingehende Informationen geben.
Im Dendrarium wurde ein weiterer spezialisierter Wanderweg für Menschen mit Störungen des Stütz- und Bewegungsapparates eingerichtet. Er ist 282 Meter lang und zwei Meter breit. Auf dem Gebiet des Baumgartens befindet sich auch ein Informations- und Vergnügungszentrum für Kinder, das eine Fläche von zwei Hektar einnimmt. Aufgebaut wurden drei Kinderspielplätze mit den unterschiedlichsten Klettergerüsten und anderen Spielmöglichkeiten. Ganz in der Nähe befindet sich auch das Bären-Museum, das an die Stelle eines Bahnwärterhäuschens errichtet wurde.
Näheres über die Torf- und Moorlandschaften können die Touristen auf dem Torf-Wanderweg in der Gegend „Ofeliite“ erfahren. In der Gegend „Belite Brezi“ (zu Deutsch „Weiße Birken“), anderthalb Kilometer südlich des Dendrariums, liegen rechter Hand des Weges zu den „Goldenen Brücken“ zwei Museen – das Eulen-Museum und das Libellen-Museum.
Das Informationszentrum des Vitosha-Naturparks ist das erste einer Reihe von Informations- und Bildungszentren in den Naturschutzgebieten Bulgariens. Es liegt ca. ein Kilometer vom Stadtviertel „Dragalevtsi“ in der Nähe des Dragalevtsi-Klosters. Das Zentrum verfügt über eine ständige Ausstellung, eine reiche Videothek, einen Beobachtungsturm, Ausstellungsflächen, eine Bibliothek u.a. und gibt eingehende touristische Informationen. Außerdem besteht die Möglichkeit zur Durchführung von Öko-Stunden und anderer Ausbildungsprogramme.
Das nationale Informationszentrum über die bulgarischen Naturparks befindet sich in Sofia, Vasrazhdane-Platz, Straße „Antim I.“ Nr. 17. Es gibt Informationen über die Schutzgebiete in Bulgarien und der Welt. Angeboten werden Wanderkarten und Fachliteratur zur Vielfalt der Flora und Fauna in den bulgarischen Parks.
Das Vitosha-Gebirge ist ebenso ein beliebter Ort für Wintersport. Die unmittelbare Nähe zur Hauptstadt ist von Vorteil für ihre Bewohner und Gäste. Es gibt zwei Schizentren – „Aleko“ und „Konyarnika“. „Aleko“ liegt in einer Höhe von 1800 Meter, wobei die Pisten Nordlage haben. Es besteht die Möglichkeit für Nachtläufe und Abfahrten.
„Konyarnika“ liegt in 1505 Meter Höhe. Die Pisten haben eine Gesamtlänge von 29 Kilometern, die längste ist fünf Kilometer, wobei der größte Höhenunterschied 780 Meter beträgt. Die Pisten sind für Profis, als auch für Anfänger geeignet. Alle Pisten sind mit den nötigen Anlagen ausgestattet: mehrere Sessellifts und eine Seilbahn, die vom Fuße des Gebirges bis fast zum Gipfel führt.

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