Nikopolis ad Istrum

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Die Ruinen der römischen und frühbyzantinischen Stadt Nikopolis ad Istrum befinden sich rund 20 Kilometer nördlich von Veliko Tarnowo auf der Straße nach Ruse und drei Kilometer südöstlich des Dorfes Nikyup. Die Stadt selbst liegt auf einem nicht allzu hohen Plateau am Ufer des Flusses Rositsa.
Die Stadt wurde im 2. Jahrhundert vom römischen Kaiser Marcus Ulpius Traianus (98-117) zu Ehren seines Sieges über die Daker im Jahre 106 errichtet. Daher trägt die Stadt auch den Namen Nikopolis ad Istrum, was aus dem Lateinischen übersetzt „Siegesstadt an der Donau“ heißt. Die Stadt lag an einem Kreuzpunkt zweiter wichtiger Straßen in Niedermösien: die von Odessos (heute Varna) bis zu den westlichen römischen Provinzen und die von Novae (heute Svishtov) bis Byzantion (heute Istanbul).
Die Stadtplanung folgt dem „hippodamischen System“ mit einem rechtwinkligen Straßenraster, das nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet ist.
Die Ausgrabungen haben ergeben, dass die Stadt zu Beginn keine Wehrmauern hatte. Diese wurden später, Ende des 2. Jahrhunderts, nach verwüstenden Barbareneinfällen errichtet.
Ein Eingangstor befand sich an jeder der vier Seiten der Stadtbefestigung. Das Haupttor war jedoch das Westtor, das in Richtung der Hauptstadt Rom wies. Und so hieß auch dieses Tor – Porta Romana. Die Stadt wurde über Leitungen mit dem benötigten Wasser versorgt – die längste dieser Anlagen überwindet eine Entfernung von ganzen 27 Kilometern.
Um den Hauptplatz (Forum) der Stadt wurden die Überreste einer Kolonnade (Säulengang), eines kleinen Theaters, verschiedener anderer öffentlicher Gebäude sowie von Läden entdeckt. Hier gab es auch Thermen (öffentliche Bäder) und in einigen Gebäuden wurde ein Hypokaustum (Fußbodenheizung) entdeckt. Man nimmt an, dass es in der Stadt auch eine im Winter über beheizte Promenade gegeben hat.
Nikopolis ad Istrum hat eigene Münzen geprägt. Bisher wurden nahezu 1000 verschiedene Stadtmünzen aus Bronze entdeckt. Hier haben Menschen gelebt, die verschiedenen Religionen angehört haben. Davon zeugen die unterschiedlichen Bestattungsweisen, auf die man bei Ausgrabungsarbeiten in der Umgebung der Stadt gestoßen ist. Die Nekropolen befand sich beiderseits der Straße, die nach Novae führte und westlich der Stadt. Erhalten geblieben sind 121 Hügelgräber.
Es wird angenommen, dass die Stadt zu Beginn des 7. Jahrhunderts bei der Invasion der Avaren endgültig zerstört wurde. Die Ruinen von Nikopolis ad Istrum werden seit Beginn des 20. Jahrhunderts wissenschaftlich erforscht. Die letzten Ausgrabungsarbeiten wurden 2007 eingeleitet. Heute sind die Ruinen für Touristen zugänglich.

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