Architektonisches Freilichtmuseum „Tsarevets”, Stadt Veliko Tarnovo

Share on facebook

Das Architektonische Freilichtmuseum „Tsarevets” gehört zu den meistbesuchten Stätten Bulgariens. Es befindet sich auf dem Tsarevets – Hügel in der Altstadt von Veliko Tarnovo.
Der Hügel war bereits im III. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Im V.-VII. Jh. n. Chr. befand sich hier die größte Stadt des Byzantinischen Reichs in der Provinz Niedermösien – Zikideva.
Im IX. Jh. entstand hier ein altbulgarischer Ort, der schnell wuchs. Im XII. Jh. begann man mit dem Errichten der Festungsmauer, die auch bis heute erhalten geblieben ist. Die Mauer hat eine Länge von 1100 Metern, stellenweise eine Breite von bis 3,40 Metern und eine Höhe von über 10 Metern.
Die Festung hatte drei Eingänge, welche bis heute bestehen. Der Haupteingang, welcher durch Türme verteidigt wurde, liegt westlich. Der zweite Eingang ist das sogenannte Kleine Tor (das Asenova-Tor) und befindet sich an der nordwestlichen Festungsmauer. Der dritte Eingang – das Frenkhisar -Tor liegt am südöstlichen Ende der Festung und wurde von einem Kriegsturm bewacht. Dieser Turm ist als der Turm von Balduin bekannt, auf dem Namen des lateinischen Kaisers Balduin von Flandern, der bei der Schlacht von Adrianopel im Jahre 1205 vom Zaren Kaloyan gefangen wurde. Die Legende erzählt, dass Balduin nach dem Kampf in diesem Turm eingeschlossen wurde, wo er später verstarb.
Im zentralen Teil der Festung liegt der Schlosskomplex, der aus mehreren Bauten, von einer inneren Steinmauer umsäumt, zwei Kriegstürmen und zwei Eingängen besteht. Zum Komplex gehören noch ein Thronsaal, eine Schlosskirche und Zarengemächer.
Im Jahr 1185, nachdem Tarnovo zur Hauptstadt des Zweiten Bulgarischen Reiches erklärt wurde, wurde Tsarevets zu ihrer Hauptbefestigung und zum Haus für die Aristokraten. Mehr als 200 Jahre herrschte in der Stadt ein politisches, wirtschaftliches und kulturelles Leben, das es zu einer der größten Städte im europäischen Südosten, und die Festung zur wichtigsten in Bulgarien werden ließ.
Im nördlichsten Teil von Tsarevets ragt ein Felskap zum Fluss Yantra hinaus, der als der Lobna-Fels (Richtfels) bekannt ist. Im XI. – XIV. Jh. wurden von da aus die Staatsverräter in den Fluss geworfen, und im XVI. Jh. wurde an dieser Stelle ein Kloster errichtet.
Die Restauration der Burg Tsarevets begann im Jahr 1930 und wurde anlässlich des Feierns der Gründung des bulgarischen Staates vor 1300 Jahren abgeschlossen.
Heute sind der Weg zum Haupteingang mit dem großen Portal, beindruckende Mauern und Kriegstürme, darunter ebenso der Turm von Balduin, ausgezeichnet wiederhergestellt. Auf der Spitze selbst von Tsarevts befindet sich die Patriarchenkirche, die 1981 wiederhergestellt wurde. Diese beeindruckt außer durch ihren Maßstab und die Architekturmale auch durch ihre Ikonenmalereien, welche den Aufstieg und den Untergang des Zweiten Bulgarischen Reiches wiedergeben.
Darunter befindet sich das Zarenschloss. Die Ausgrabungen zeigen die Fundamente von 470 Wohnbauten, einem Gasthaus, Aristokratenwohnungen, 23 Kirchen und 4 Stadtklöstern. Es wurden einzigartige Teile von goldgewobener Bekleidung sowie Beschmückungen aus Gold aus der Periode des Zweiten bulgarischen Staates entdeckt. Unter den Herrschern, die den Staat von Tsarevts aus geführt haben, sind die Zaren Asen I., Petar IV., Kaloyan, Ivan Asen II., Ivan Alexander, Ivan Shishman.
Heute ist das Architekturmuseum Reservat ein einzigartiger Ort zur Begegnung mit der Vergangenheit Bulgariens. Der Zugang zu allen Objekten ist durch die Infrastruktur erleichtert, die in einem für die wiedergegebene Epoche authentischen Stil ausgeführt ist. Die Hinweisschilder liefern zusätzliche Information über den Zweck und die Geschichte der Objekte. Die Besucher können bis zur Spitze des Turm-Glockenhauses hinaufsteigen, von wo aus sich ein Blick auf die Stadt eröffnet.
Eine einzigartige Attraktion ist das audiovisuelle Spektakel „Klang und Licht“, das durch Hunderte von Farbenlichtern, Musik, Glockenklang und Laser Momente aus der bulgarischen Geschichte zeigt.
Das Objekt ist für Touristen alljährlich zugänglich. In der Patriarchenkirche auf der Hügelspitze werden Informationsmaterialien und Souvenirs verkauft.

Virtuelle Karte

Fotos

©Alle auf dieser Website veröffentlichten Bilder, Werbe- und Videomaterialien und / oder sonstigen Informationen sind Eigentum des Tourismusministeriums und durch das Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte sowie alle für die Republik Bulgarien geltenden internationalen Gesetze sowie die einschlägigen Rechtsakten der Europäischen Union geschützt.

Multimedia

Multimedia-Broschüren