Kirche „Heilige 40 Märtyrer”, Stadt Veliko Tarnovo

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Eine der emblematischsten mittelalterlichen Gotteshäuser von Veliko Tarnovo ist die Kirche „Heilige 40 Märtyrer“ am Fuße der Tsarevets-Festung. Seit 1964 ist das eng mit der Geschichte Bulgariens verbundene Gotteshaus ein Kulturdenkmal. Erbaut und ausgemalt wurde die Kirche zu Ehren des Sieges von Zar Ivan Asen II. über den Despoten von Epiros, Theodor Komnenos, am 22. März 1230 bei Klokotnitsa.
Die Kirche besteht aus einer länglichen Basilika mit sechs Säulen und einem späteren Anbau auf der Westseite.
Man nimmt an, dass die Asenevtsi (bulgarische Zarendynastie, die von 1187-1280 herrschte) ausgangs des XII. Jahrhunderts ein Kloster um die Kirche bauen ließen. In Quellen aus dem XII.-XIV. Jahrhundert wird es unter dem Namen „Velikata Lavra“, „Zarski Manastir“ (Zarenkloster) geführt und war eines der bedeutendsten mittelalterlichen Klöster im Raum Tarnovo.
Mit der Eroberung von Tarnovo durch die osmanischen Türken war das Kloster dem Verfall preisgegeben. Die soziale Schicht (bulgarische Aristokratie), die das Kloster und die Kirche unterhielt, verschwand allmählich, die Zahl der Christen ging zurück. Bis zum XVI. Jahrhundert stand die Kirche im Dienste der im Stadtviertel lebenden Christen, dann wurde sie in eine Moschee umgestaltet. Genau das rettete die Kirche, da alle anderen christlichen Gotteshäuser auf dem Tsarevets- und Trapesitsa-Hügel während der osmanischen Fremdherrschaft (1396–1878) zerstört wurden.
Nach der Befreiung im Jahre 1878 wurde das Gotteshaus erneut eine christliche Kirche.
Von den erhaltenen Wandmalereien beeindrucken vor allem die Abbildungen „Heilige Elisabeth, die Milchspendende, mit dem kleinen Johann“ (über dem Eingang) und „Heilige Anna, die Milchspendende“.
In der Kirche befinden sich die Gräber der bulgarischen Zaren Kaloyan (Regierungszeit 1197 – 1207) und Ivan Asen II. (1218 – 1241), des Heiligen Sava von Serbien (1175 – 1235) und der Zarinnen Anna Maria (1204 – 1237) und Irina Komnenos.
Im orthodoxen Gotteshaus werden darüber hinaus einige der bedeutendsten altbulgarischen epigraphischen Denkmäler aufbewahrt – die Säulen des Omurtag und Asen sowie die Grenzsäule aus der Rodosto-Festung aus der Zeit von Khan Krum (Regierungszeit 803 – 814), die von den ruhmreichen Taten der bulgarischen Herrscher erzählen.
Die Kirche „Heilige 40 Märtyrer“ ist eine Filiale des nationalen Geschichtsmuseums in Sofia. Gegenwärtig ist sie als Museum für Besucher geöffnet. An großen christlichen Feiertagen finden hier Gottesdienste statt.

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