Karadzhov Kamak

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Karadzhov  Kamak (Karadzhov-Stein) ist ein interessantes Felsenphänomen unweit des Dorfes Mostovo in den Rhodopen. Es stellte ein hochgelegenes Felsplateau (1.448 m hoher Gipfel) dar, an dessen senkrechten Wänden sich eine klaffende Fuge gebildet hat. In dieser klemmt ein riesiger Stein, der scheinbar von höheren Kräften dorthin versetzt wurde – der Karadzhov-Stein. Das Phänomen hat Schutzgebiet-Status (Verordnung Nr. RD 1015/ 06.08.2003).
Seit der Antike ist dieser Ort für die Menschen etwas Besonderes – die alten Thraker errichteten hier ein Heiligtum, in dem sie ihre Toten ehrten.
Bis heute sind kleine, für religiöse Zwecke in den Fels geschlagene Gruben sowie Stufen erhalten, die in den oberen Teil des Massivs führen. Ausgrabungen belegen, dass das Heiligtum aus der frühen Eisenzeit (VII. – VI. Jahrhundert v. Chr.) stammt. Aus dieser Zeit sind die Felsengruben und Fugen erhalten, in die man Gefäße tat, Feuer entfachte und sie zum Abschluss des Rituals mit Steinen bedeckte.
In der Folgezeit wurde das Heiligtum im III.-IV. Jahrhundert genutzt – gefunden wurden auf der Töpferscheibe geformte Keramik und Münzen aus der Zeit des römischen Imperators Justinian I. (Regierungszeit 527 – 565).
Wie die meisten Heiligtümer der Thraker ist auch dieses auf mehreren Ebenen angelegt. Die erste Ebene nennt sich Unterer Kultplatz. Diesem folgen gemeißelte Stufen – ein Übergang zum höher gelegenen Teil, wo kleine Löcher in den Fels gearbeitet sind. Beim Tod eines Thrakers schlugen seine Angehörigen Löcher in den Fels, die sie mit Gaben füllten.  
Für die Einheimischen hat dieser Ort, im Gegensatz zu den alten Thrakern, nichts Heiliges. Sie verbinden ihn mit dem Wirken der einheimischen Revolutionäre, die gegen die osmanische Fremdherrschaft kämpften. Unterhalb des Karadzhov Kamak befindet sich eine kleine Höhle, in der sich der Legende nach der Woiwode Karadzha (ein einheimischer Freiheitskämpfer) versteckte, der den Osmanen ihre Übeltaten heimzahlte. Daher stammt auch der Name des Ortes.
Karadzhov Kamak ist vor allem ein beeindruckendes Felsenphänomen inmitten der herrlichen Natur des Kormisosh-Reservats. Der genau unter dem Stein langführende Zugang zum oberen Teil des Felsens ist durch ein Metallgeländer und eine Holztreppe gesichert. Die letzten Stufen wurden von den Thrakern in den Fels gehauen – was jedoch nicht jedem auffällt, da die Stufen verwittert sind und es viele andere Dinge gibt, die die Aufmerksamkeit anziehen. Der Aufstieg ist recht steil, weswegen Vorsicht geboten ist. Der Ausblick vom Plateau ist unbeschreiblich – Belintash, Krastova Gora, in der Ferne ist sogar die Gegend um die Berghütte Martsiganitsa zu sehen. Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg entlang des Geländers, da die anderen Wände des Plateaus senkrecht in die Tiefe fallen.
Aufgrund der Tatsachen, dass diese Gegend nur zur Fuß erreichbar ist und es sich um ein Schutzgebiet handelt, kann man sich hier unberührter Natur erfreuen. Die Wanderroute zum Karadzhov Kamak führt zuweilen am Kamm entlang, von wo aus sich herrliche Panorama-Ausblicke eröffnen.
In der Umgebung des nahe gelegenen Dorfes Mostovo wurden auf einer relativ kleinen Fläche sieben thrakische Heiligtümer entdeckt, von denen vor allen Belintash ein Begriff ist. Auch die Christen haben hier ihre Geschichte – ein bekannter Pilgerort ist der nahe gelegene Kreuz-Gipfel (Krastova Gora – Kreuzwald), der in der Vergangenheit ebenfalls ein thrakisches Heiligtum war. Man glaubt, dass sich hier ein Stück des Kreuzes Christi befindet. Ganz in der Nähe erhebt sich zudem der Freiheits-Gipfel (Gipfel Momchil Yunak – 1943 m), wo sich der heilige Ort der Muslime „Enihan Baba Teke“ befindet. 

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