Mosaikenmuseum, Stadt Devnya

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Das Mosaikenmuseum befindet sich in Devnya. Es ist ein In-Situ-Museum, in einem extra dafür errichteten Gebäude untergebracht, dessen Funktion im Aufbewahren der archäologischen Funde besteht. Hier wurde im Jahr 1976 während archäologischen Ausgrabungen ein großes römisches Gebäude mit prächtigen Mosaiken entdeckt. Das Museum wurde auf einem Teil des Gebäudefundaments errichtet.
Das antike Gebäude wurde auf die Zeit Kaiser Konstantins I. des Großen – Ende des III. und Anfang des IV. Jahrhunderts geschätzt. Es handelt sich bei dem Anwesen um eine Villa urbana, welche die Fläche eines ganzen Stadtteils von Martsianopolis einnahm, einer Stadt, die zu den größten dieses Teils vom Römischen Reich zählte. Laut Plan ist es ein typisch griechisch-römisches Atrium-Peristyl-Haus, wobei der Innenhof (Atrium) von drei Seiten durch Wohnbauten und einer Kolonnade umrahmt wird.
Fünf der Räume sowie die Säulenhalle sind mit vielfarbigen Bodenmosaiken bedeckt, welche als die besten Beispiele für römische, in Bulgarien entdeckte Mosaikenkunst, gelten. Drei von diesen Mosaiken sind in den gleichen Räumlichkeiten ausgestellt, in denen sie entdeckt wurden, während die restlichen nach einer Konservierung und Teilrestaurierung auf ein neues tragendes Fundament übertragen wurden.
Die Mosaiken sind aus kleinen Steinen angefertigt – Würfeln aus Marmor, Kalkstein, gebackenem Ton und Glas in 16 Farben. Diese bilden Hauptcharaktere und Szenen aus der griechisch-römischen Mythologie, exotische Tiere und Vögel, pflanzliche und geometrische Motive ab.
Das Mosaik, welches den Fußboden im Wohnzimmer bedeckt, stellt den Schild der Göttin Athena Palada dar, der in der Mitte mit dem abgeköpften Kopf der Gorgona Medusa verziert ist. Das Ziel dieser Abbildung bestand darin, die Hausherren vor dem Übel zu schützen und die Missgünstigen durch das angsteinflößende Äußere und den eisigen Blick zu Stein erstarren zu lassen. Der Fußboden im Schlafzimmer ist mit einem weiteren schönen Mosaik bedeckt, welches ein Liebessujet darstellt.
Der Empfangssaal im Gebäude ist der größte mit Mosaik bedeckte Raum. Eines der zentralen Mosaikwandbilder ist die griechische Legende über die Entführung von Ganymed. Bislang ist es das einzige, in Bulgarien entdeckte Mosaik, das dieses Sujet behandelt.
Das Mosaik „Jahreszeiten“ bedeckte den Fußboden im Frauenzimmer des Hauses. Ein weiteres Mosaik, bekannt als „Pannonische Volute“, wurde bei Ausgrabungen im östlichen Teil von Martsianopolis entdeckt – in einem Bau, der wahrscheinlich als eine christliche Basilika diente. Das Mosaikenmuster besteht aus sich wiederholenden geometrischen Motiven in vier Farben.
In den Museumssälen ist vielfältiges Material ausgestellt, das mit der Architektur des Gebäudes sowie mit dem Alltagsleben seiner Bewohner verknüpft ist.
Mehr über die Ausstellungsstücke erfahren Sie, wenn Sie an einer Führung teilnehmen. Im Museum werden Informationsmaterialien und Souvenirs verkauft.

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